FIAC
Nur noch ein Kunst-Supermarkt

Alles, was im internationalen Kunstmilieu Rang und Namen hat, ist derzeit in Paris auf der Fiac. Doch das Angebot der Messe changiert zwischen zwischen Routine und Langeweile.
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ParisDie 39. Pariser Kunstmesse Fiac (Foire internationale d'art contemporain), die vom 18. - 21. Oktober das Grand Palais füllt und im öffentlichen Raum und in Parks Großskulpturen anbietet, präsentiert sich mit merkwürdigem Humor: auf dem Standplan ist ein Supermarkt-Einkaufswagen abgebildet, auf dem Katalog viele Bananen, auf dem Pressedossier ein blauer Gummihandschuh. Die FIAC als Kunst-Supermarkt?

Das Zielpublikum, mit VIP Karten ausgestattete Luxushausfrauen, ihre Manager-Partner oder Gatten bevölkerten auch bereits seit Mittwoch 10 Uhr die Kuppelhalle des Grand Palais, sowie  den „Salon d'Honneur“ und den langen Gang mit den jungen (selten spannenden) Galerien im ersten Stock.  Alles, was im internationalen Kunstmilieu Rang und Namen hat, nahm sich frei, um sich auf die Kunstwerke zu stürzen, die 182 Galerien aus 25 Ländern anbrachten.

Viele Deutsche, Schweizer, Amerikaner, Italiener waren angereist und kauften rascher als letzte Woche bei der Londoner Messe Frieze Masters. Werke unter 10.000 Euro waren besonders erfolgreich: z.B. die Gemälde der 29-jährigen Dänin Eva Nielsen bei der Galeristin Dominique Fiat, Paris, die gleich drei große Arbeiten für je 7.000 Euro an internationale Sammler abgab. Rosemarie Schwarzwälder (Galerie Nächst St. Stephan, Wien) verkaufte ein Gemälde des Franzosen Bernard Frize für 34.000 Euro.

Frühe Verkäufe

Aber auch Hochpreis-Kunst fand Interessenten. Z.B. wollte eine Amerikanerin bei der Galerie Jaeger Bucher unbedingt ein bereits reserviertes, gold-schwarzes Triptychon der von der chinesischen traditionellen Maltechnik geprägten Französin Fabienne Verdier für 300.000 Euro erwerben. Véronique Jaeger setzt eine kleine Gipsskulptur von Alberto Giacometti mit überzogenen 5 Millionen Euro an, um sie „nur in eine Institution zu platzieren“. Thaddaeus Ropac verlautbarte  den Verkauf eines Georg Baselitz Gemäldes von 1968 mit Kuhmotiv für 1,8 Millionen Euro in eine US-Sammlung an. Bei Yvon Lambert fand die modische Bronze-Skulptur „Unique forms of continuity in high heels after Umberto Boccioni“, Nummer 1 (von 3) von Francesco Vezzoli für 100.000 Euro einen Meanstream-Käufer, dem ein Kardinal mit hohen Absätzen hoffentlich Spaß macht.

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