Filmkritik „Batman“
Düsterer Spaß mit vorhersehbarer Story

Der dritte Teil der Batman-Trilogie ist noch düsterer, noch schneller, noch härter. Der Blockbuster verspricht spannendes Action-Kino. An seinen Vorgänger kommt er jedoch nicht heran.
  • 3

DüsseldorfIn Gotham scheint alles in bester Ordnung. Ausnahmsweise herrschen in der verruchten Stadt, in der sonst die Kriminalität tobt, Recht und Ordnung: Im Gefängnis stapeln sich die Verbrecher und die Polizei hat nicht viel zu tun. Ruhige Zeiten in Gotham City – in jener Stadt, die New York so sehr ähnelt.

Und Batman, der düstere Antiheld der Stadt? Der Gotham im zweiten Teil der Trilogie noch vor dem Joker (Heath Ledger) rettete und trotzdem als Schuldiger für Chaos und Tot herhält? In „The Dark Knight Rises“ ist Batman verschwunden. Bruce Wayne (Christian Bale) alias Batman verkriecht sich auf seinem Anwesen. Die Jahre als Batman haben ihren Tribut gefordert: Sein Körper will nicht mehr so richtig und nach dem Tod seiner Liebsten ist der Milliardär gebrochen. Er hat sich aufgegeben. Denn Wayne findet keinen Grund, um weiterzuleben. Und die Stadt braucht keinen Batman mehr, der sie beschützt.

Bis Bane auftaucht. Ein Terrorist, einer, der das Chaos und die Anarchie nach Gotham zurückbringt. Bane, gespielt von Tom Hardy, verkörpert die rohe Gewalt. Er ist skrupellos, kennt keine Gnade und keine Grenze. Und obwohl sein Mund hinter einer Maske verschwindet und sein Gesicht nie ganz zu sehen ist, kann man in seinen Augen die nackte Gewalt erkennen.

Leider nimmt ihm genau diese Maske jedoch auch die Möglichkeit, mehr auszudrücken. Und dass sie zeitweise an einen Maulkorb und Bane somit ein wenig an ein Zwischending aus Hannibal Lecter und Darth Vader erinnert, tut der Figur nicht gut. Manchmal zieht es sie sogar ins Lächerliche.

Bane ist ein ganz anderer Gegenspieler als der Joker im vorigen Teil. Was gut ist, denn ein Rankommen an Heath Ledger, der dem Joker so genial Leben einhauchte, wäre auch schwierig geworden. Aber gleichzeitig ist es schade, denn was der Figur des Bane fehlt, ist eben genau diese Finesse, jene wahnwitzige Genialität des Jokers. Bane lehrt dem Zuschauer das Grauen, weil er vor nichts zurückschreckt und sogar stärker ist als Batman. Und gleichzeitig fehlt das Schaudern vor der einfallsreichen Verrücktheit eines Jokers.

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Düsterer Spaß mit vorhersehbarer Story

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Im Mittelteil erhebliche Längen

Kommentare zu " Filmkritik „Batman“: Düsterer Spaß mit vorhersehbarer Story"

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  • Die Vorgänger 'Batman Begins' und 'The Dark Knight' belebten den ComicHelden Batman nach vielen misslungen Verfilmungen in den Kultstatus hinauf. (Evtl. geht noch 'Batman Forever', da Jim Carrey viele Schwächen des Films wett macht)

    Und das zurecht, da die Filme intelligentes Actionkino hervorheben. Zudem sind die schauspielerischen Leistungen, die schnellen actionreichen Handlungsstränge, die durchdachte Story mit den gesetzten Prämissen sowie die grandiose musikalische Untermalung eine Bereicherung eines jeden Cineasten.

    Leider ist Hollywood... Hollywood halt... und bloßes Sparen oder sogar Profitgier lässt 'The Dark Knight Rises' wie eine 0815 Produktion aussehen und beschwört nicht ein Ende einer durchdachten Triologie, sondern einen inhaltslosen Film ohne Charakterbildung, der irgendwie Alles sein wollte:

    Episch (Polizei, in Reih und Glied gegen AK47,dumm),

    Brutal bzw. fanatisch (Bane sagt: Sterbe!MIT FREUDEN),

    Intelligent(WOW 'THEBAT' ein Schwebedings mit AntiAtomDings),

    Heldenhaft (Küss mich ein letztes Mal während du im Sonnenaufgang stirbst... Tik, Tak... und BITTE ALLE In die Detonation einer ATOMBOMBE schauen!),

    Sozialkritisch (Bane sagt: Wir haben Nichts, Ihr seid dekadent, STERBT...),

    Romanze (Ich vögele mal den Mann, der... WTF?),

    Postapokalyptisch(Gabs in 'Batman Begins' schon, nur ziehts sich 5 Monate lang und wirkt bei derart schneller Action total unglaubwürdig und langatmig + Charakterrecykling ohne auf diese einzugehen)

    Endfight... gibts nicht...

    Der Film ist flach, ohne Tiefe und enttäuscht. Er ist einfach nicht die Kohle Wert. Naja, die ersten 30 Min sind okey. Denn Batman wird gebrochen vorgefunden und 'Catwomen' ist interessant anzusehen bzw. ist die Inszenierung des Deals gut. Doch spätestens wenn man merkt, dass die Syncro von Bane an die des 'Jokers' aus 'The Dark Knight' erinnert, vermisst man das Mysteriöse, die dunkle Atmosphäre, den genialen Wahnsinn eines richtigen Bösewichts... eine bessere Story.

  • Ich nicht.

  • fand den Vorgänger schon reichlich bescheuert u. die Action zweitklassik.

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