Franz Marc - August Macke
Utopische Sehnsüchte

Das Kunstmuseum Bonn feiert die Künstlerfreundschaft zwischen August Macke und Franz Marc als prägend für die frühe Moderne. Belege dafür bleibt die Ausstellung jedoch schuldig. Parallel bebildert das August Macke Haus Visionen verlorener Paradiese.
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BonnZum 100. Todesjahr von August Macke hat das Kunstmuseum Bonn die kurze, aber intensive Freundschaft mit dem Expressionisten Franz Marc rekonstruiert. In Nebeneinanderreihungen ermöglicht es den Motiv- und Stilvergleich. Doch auch wenn ihre Werke dafür in unterschiedlichen Rhythmusfolgen arrangiert sind, bleibt es insgesamt eine konventionelle Präsentation.

Mit rund 200 Exponaten entfalten die Kuratoren Volker Adolphs und Annegret Hoberg die gemeinsam mit dem Lenbachhaus in München erarbeitete Ausstellung jedoch überaus opulent. Viele Leihgaben stammen aus München, wo Marc die meiste Zeit seines Lebens verbrachte. Es gibt chronologische Themenbereiche, ergänzende Privatdokumente und kunstgewerbliche Objekte, kommentiert mit gefühlsbetonten Originalzitaten.

„Seiltänzer“ in satten Farben

Das erste Mal treffen Macke und Marc im Januar 1910 aufeinander. Es folgen farbtheoretische Diskussionen im Spannungsfeld von Gegenstand und Abstraktion; durchweg in einem bemerkenswert respekt- und liebevollen Umgang miteinander. Macke fällt im September 1914 im Ersten Weltkrieg, Marc knapp zwei Jahre später.

Bei Marc zeigt sich zu Beginn noch der Einfluss des Spät-Impressionismus; er verwendet viel Weiß. Verehrt hat er van Gogh. Macke, ein Bewunderer von Henri Matisse, führt Marc zu intensiveren Farben und klar abgegrenzten Flächen. Ihre Kunstanschauungen jedoch gehen auseinander. Während Macke die sichtbare Welt optimistisch abbildet, sucht Marc mit seinen symbolfarbenen Tieren nach einer ursprünglichen, geistigen Wirklichkeit. Sein begehrtes Gemälde „Die gelbe Kuh“ von 1911 ist eine Leihgabe des New Yorker Guggenheim Museums. Mackes „Seiltänzer“ strahlt prominent in satten Tönen.

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