Führende deutsche Galerien setzen auf Kunst mit Potenz und kompensieren die reduzierten Ankäufe für Firmensammlungen
Private investieren in Kunst statt in Aktien

Schlechte Zeiten gehen natürlich auch am Kunsthandel nicht spurlos vorbei. „Der Kunstmarkt stagniert in Deutschland wegen der Gesamtwirtschaftslage. Wenn weniger Autos verkauft werden, kann man nicht erwarten, dass mehr Kunst gekauft wird“, resümiert Heinz Holtmann die Lage.

HB DÜSSELDORF. Der Galerist in Köln ist Vorsitzender des Bundesverbands deutscher Galerien und führt an, dass selbst die Deutsche Bank, die jahrelang junge Kunst besonders stark förderte, ihre Ankäufe nahezu auf null gebracht habe. So mancher Galerist, der einst in Firmensammlungen vermittelte, mag keine Auskunft geben zu diesem heiklen Thema.

Doch während manche Unternehmen konsolidieren, starten andere durch. „Melitta beispielsweise baut gerade eine Kunstsammlung neu auf“, erzählt Holtmann. Bärbel Grässlin, Galeristin in der Finanzmetropole Frankfurt, beobachtet „dass in Spanien und anderen europäischen Ländern momentan Sammlungen von Banken und Unternehmen mit großem Etat und Enthusiasmus aufgebaut werden“. Ausland heißt das Zauberwort unter den Auskunftswilligen. Gisela Capitain, Galeristin aus Köln: „Zurzeit ist es angeraten, an guten, internationalen Messen teilzunehmen und Sammlerkontakte im Ausland zu pflegen.“ Denn im Ausland ist die Stimmung besser, deshalb wird mehr verkauft. Das bewiesen jüngst sehr gute Verkäufe auf der Arco in Madrid und der Armory Show in New York.

Dass in New York die Young German Art zu dem Messeschlager, vielleicht sogar zum Trendsetter wurde, ist auch Verdienst von Verbandschef Holtmann. Er hat es geschafft, das Bundeswirtschaftsministerium erstmals zu einer Anschubfinanzierung zu bewegen für den Auslandsauftritt junger deutscher Galerien – eine klare Anerkennung der noch unterschätzten Wirtschaftsleistung des Kunsthandels.

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