Galerie Beyeler
Die Abwicklung einer Legende

Die berühmte Basler Galerie Ernst Beyeler schließt ihre Pforten. Christie's versteigert Beyelers private Sammlung. Die Gesamtschätzsumme liegt bei 50 Millionen Pfund.
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BaselDass die legendäre Basler Galerie Beyeler diesen Sommer schließt, stellt keine Überraschung dar. So hatte es das kinderlos verstorbene Galeristenehepaar Ernst und Hildy Beyeler doch in seinem letzten Willen vorgesehen. Ungezählte Werke der Klassischen Moderne, die heute in Weltklassemuseen oder Privatsammlungen hängen, gingen durch Beyelers Hände. Mit einiger Spannung erwartet wird deshalb die von Christie's auf den 21. und 22. Juni innerhalb der Londoner Moderneauktionen anberaumte Versteigerung ihres privaten Sammlungsnachlasses. Der Erlös für rund 100 Kunstwerke - von Christie's vorsichtig auf 50 Millionen Pfund veranschlagt – fließt an die Fondation Beyeler und deren gleichnamiges Museum vor den Toren Basels in Riehen.

Fünf Top-Lose

Angeführt wird dieser private Kunstbestand von einem großen Seerosenbild aus den Jahren 1916 bis 1919 mit der Stempelsignatur von Claude Monet im Schätzwert von 17 bis 24 Millionen Pfund. Picasso malte 1946 ein Bildnis von seiner Gefährtin Françoise auf Holz. „Buste de Françoise" hat einen Schätzpreis von 7 bis 10 Millionen Pfund, der für Gauguins Landschaft "Le Vallon, Tahiti" von 1892 liegt bei  5,5 bis 8,5 Millionen Pfund. Renoirs großer Akt "Nu allongé" von 1902 soll 4 bis 6 Millionen Pfund erzielen, Fernand Légers Tricolorenbild "Le drapeau" 2,8 bis 4 Millionen Pfund. Allein diese die fünf Toplose sollen zwischen 72 und 105 Prozent der recht vagen Gesamtschätzsumme einspielen.

Obere nicht oberste Qualität

In diesen Schätzungen kaum berücksichtigt ist allerdings der Provenienzbonus, des Top-Labels "Ernst Beyeler". Wird dieser legendäre Name das zwar schöne, aber großenteils doch nicht zur absoluten musealen Marktspitze gehörende Material soweit veredeln, dass es über jene zögerliche Nachfrage hinauswächst, mit der diese obere, aber eben nicht oberste Qualitätsklasse in den letzten Versteigerungen zu kämpfen hatte. Publicitywirksame "Sensationspreise", insbesondere für die bescheideneren Reliquien dieses Kunstmarktheiligen, sind hier jedenfalls nicht auszuschließen.

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