Galerie Kornfeld
Spitzengraphik bringt Spitzenpreise

Die Galerie Kornfeld steigert das Vorjahresergebnis um fast 30 Prozent. Doch nicht nur private Sammler, sondern auch Händler griffen beherzt zu.
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BernSpektakulär frisch wirkte der 88-jährige Schweizer Auktionator Eberhard W. Kornfeld, als er am Nachmittag des 15. Juni nicht weniger als 141 Lose aufrief. 108 von ihnen konnten verkauft werden, das entspricht einer losbezogenen Verkaufsquote von 77 Prozent. Der Gesamtumsatz liegt bei umgerechnet 28,8 Millionen Euro.

Unmittelbar vorangegangen waren 44 Lose mit expressionistischer Graphik aus einer Privatsammlung, die eine ähnlich zufriedenstellende Verkaufsquote erzielten. Vor nicht ganz voll besetztem Saal sorgte dabei Ernst Ludwig Kirchners Holzschnitt „Fünf Kokotten - Berlin" von 1914 für aufgeräumte Stimmung: Ein ungenannt bleiben wollender süddeutscher Privatsammler bewilligte unter Szenenapplaus 881.667 Euro brutto für die Damen vom Gewerbe.

Deren symbolisches Erkennungsmerkmal sind die auffälligen Federhüte. Diesem Blatt war der Käufer „jahrelang hinterhergejagt". Dass Spitzengraphik zu Spitzenpreisen taugt, bestätigte der Berliner Kunsthändler Wolfgang Wittrock mit seinem Kauf von Emil Noldes außergewöhnlicher Farblithographie „Meer - Welle" von 1926 für deutlich über der Taxe liegende 192.000 Euro.

Nach einigen enttäuschenden Ergebnissen für Noldes Gemälde avancierte dennoch sein "Haus im Schnee in Cospeda" von 1908 mit schätzungsgemäßen 1,44 Millionen Euro zum drittteuersten Werk dieser Auktionen.

Den höchsten Preis erzielte Alberto Giacomettis Bronze „Homme assis à mi-corps - Diego assis" mit 2,3 Millionen Euro, gefolgt von Picassos hundertteiliger Graphikfolge „La Suite Vollard", die sich der eingangs erwähnte süddeutsche Sammler für 2,2 Millionen Euro sicherte.

Seite 1:

Spitzengraphik bringt Spitzenpreise

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Schätzungen des Kornfeld-Katalogs waren zurückhaltend

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