Geistlicher ruft zu Protest auf
Salman Rushdies Bücher sollen brennen

Ein hoher muslimischer Geistlicher hat im indischen Teil von Kaschmir zur Bücherverbrennung des Autors Salman Rushdie aufgerufen. Damit soll gegen den geplanten Ritterschlag des Autors durch die Queen protestiert werden. Auch die pakistanische Regierung beschäftigt sich bereits mit der Ehrung.

HB SRINAGAR/ISLAMABAD. "Ich fordere die Queen und ihre Regierung auf, die Ritterwürde zurückzuziehen und sich bei der muslimischen Welt zu entschuldigen", sagte der Mufti Baschir u-Din am Donnerstag. Rushdies Bücher sollten von den Muslimen in Kaschmir verbrannt werden. In der Provinzstadt Srinagar zogen einige Händler Rushdie-Bücher bereits aus dem Verkehr.

Der pakistanische Minister für religiöse Angelegenheiten, Idschas ul Hak, der den geplanten Ritterschlag Rushdies durch die britische Königin Elizabeth II. zuvor heftig kritisiert hatte, kündigte unterdessen eine Reise nach Großbritannien an. Eine britische Delegation, die er zuvor in Islamabad getroffen habe, habe ihn eingeladen, über die Einsetzung von Imamen und Predigern zu sprechen. "Der Besuch könnte auch dazu beitragen, über Missverständnisse meiner Bemerkungen aufzuklären", sagte er weiter.

Der Minister hatte am Montag im Parlament angesichts der Ehrung für Rushdie vor Anschlägen gewarnt. "Wenn jemand mit um seinen Körper befestigten Bomben angreift, um die Ehre des Propheten zu schützen, dann ist das gerechtfertigt", sagte er. Damit habe er der britischen Regierung nur deutlich machen wollen, dass der Ritterschlag Extremisten ermutigen könne, erklärte ul Hak später.

Rushdie ist der Autor der "Satanischen Verse", die von Muslimen in aller Welt als Beleidigung ihres Glaubens aufgefasst werden. Der Schriftsteller muss sich seit 18 Jahren verstecken, nachdem der damalige iranische Revolutionsführer Ayatollah Khomeini 1989 ein Todesurteil (Fatwa) über ihn verhängt hatte. Er soll zwischen den USA und London pendeln.

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