Gelungener Auftakt
Schneegestöber zum Bücherfrühling

"Frühling, erwachen" ist das Motto der Leipziger Buchmesse. Doch gerade der ausbleibende Frühling hat verhindert, dass mehr Besucher kommen als im letzten Jahr - zumindest zum Auftakt. Trotzdem sind es mehrere zehntausend Besucher, die sich durch die Hallen drängen. Und in den nächsten Tagen soll er dann wirklich kommen, der Frühling.

HB LEIPZIG. Am ersten Tag der Leipziger Buchmesse rechnen die Organisatoren mit 22 000 Besuchern. Das wären 2000 weniger als vor einem Jahr. "Ich denke, das liegt am schlechten Wetter", sagte eine Sprecherin der Buchmesse am Nachmittag. Zum Start der Frühlingsschau der Bücher lag das Leipziger Messegelände am Donnerstag in dichtem Schneegestöber. Da es an den kommenden Tagen wieder frühlingshaft werden soll, gehen die Organisatoren aber davon aus dass das Besucherminus noch ausgeglichen wird.

Vor allem Kinder und Jugendliche umlagerten die Lesebuden, in denen bekannte und unbekannte Autoren aus neuesten Werken lasen. Durch die Hallen und Gänge schoben sich ganze Schulklassen und Kindergarten-Gruppen. Das "Frühlingsfest der Bücher" war am Vorabend im Gewandhaus festlich eröffnet worden.

Zum Auftakt hatten der deutsche Publizist und Autor Gerd Koenen und der russische Philosoph Michail Ryklin den mit insgesamt 15 000 Euro dotierten Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung erhalten. Die Buchmesse 2007, die noch bis zum 25. März geht, verzeichnet mit 2348 Ausstellern aus 36 Ländern erneut einen Rekord. Üppig ausgestattet ist auch Europas größtes Lesefest "Leipzig liest", dessen Programm im 16. Jahrgang rund 1900 Veranstaltungen umfasst. Die Organisatoren des viertägigen Literaturmarathons rechnen wieder mit einer Besucherzahl wie im Vorjahr, als rund 126 000 Menschen zur Buchmesse gekommen waren.

Höhepunkt des ersten Tages sollte die Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse am Nachmittag sein. Die mit 45 000 Euro dotierte Auszeichnung wird zum dritten Mal vergeben. Sie würdigt die besten deutschsprachigen Neuerscheinungen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik sowie Übersetzung. In Halle 4 startete am Vormittag die Katalanische Kultur ihren Gastauftritt in Deutschland mit Literatur, Theater, Ballett und Oper. Die Region ist Ehrengast der Frankfurter Buchmesse im Oktober. In Leipzig bestreiten 19 Schriftsteller ein literarisches Programm. Autoren wie Baltasar Porcel, David Jou und Emili Rosales gewähren hier Einblicke in ihr Werk. "Die katalanische Literatur ist eine große Unbekannte. Das ist ungerecht und ungehörig", sagte Autor Gustau Muñoz.

Ex-Kulturstaatsminister Michael Naumann und der Autor Klaus Harpprecht geben künftig die renommierte Reihe "Die Andere Bibliothek" im Eichborn Verlag (Frankfurt/Main) heraus. Zum Auftakt soll im Oktober Georg Forsters "Reise um die Welt" erscheinen, kündigten sie am Donnerstag an. Schon in seinen Zeiten als Rowohlt-Verleger sei er von der Reihe begeistert gewesen, sagte Naumann, der SPD-Bürgermeisterkandidat in Hamburg ist. "Die Andere Bibliothek" wurde 1984 von Hans Magnus Enzensberger und dem Verleger und Buchkünstler Franz Greno gegründet.

Der Journalist Hubert Winkels nahm den mit 5000 Euro dotierten Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik 2007 entgegen. Vergeben wird die Auszeichnung seit 1977 vom "Börsenblatt". Das Organ des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels würdigte damit Winkels "sehr nachhaltige Förderung der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur". Die Arbeitsgemeinschaft der Jugendbuchverlage (avj) kürte die "Bücherjolle Schultheis GmbH" in Starnberg (Bayern) zur schönsten Kinderbuchhandlung im deutschsprachigen Raum. Kriterium war das herausragende Engagement für das Kinder- und Jugendbuch.

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