Großvater der Brit-Art
Geburtstagsausstellung für Peter Blake

Die Londoner Galerie Waddington Custot würdigt derzeit in einer Geburtstagsausstellung den britischen Künstler Peter Blake. Auch mit 80 Jahren bleibt der Chefdesigner der britischen Popszene weiterhin aktiv.
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LondonPeter Blake macht sich über seine Position im Kunstbetrieb des 21. Jahrhunderts schon lange keine Sorgen mehr. Genau gesagt, seit 1996, als er am Ende einer zweijährigen Resident als „assoziierter Künstler“ der Londoner Nationalgalerie seine „Zurruhesetzung“ ankündigte. Er hatte das Rentenalter erreicht. Malen werde er natürlich weiter. Was den Kunstbetrieb angehe, mit seinen Intrigen, Gehässigkeiten und Neidigkeiten , „da ging ich damals in die Rente“, sagt er, nun 80 Jahre alt.

Nach einer Stunde Unterhaltung, während der er eine flammende Verteidigungsrede für Damien Hirst hält, Bewunderung für David Hockney und Geringschätzung für Roy Lichtenstein zum Ausdruck bringt signiert er, ungebeten, mit sorgfältig rollender Schrift den Katalog seiner Geburtstagsausstellung in der Londoner Galerie Waddington Custot. „Sie haben gar nicht nach Sergeant Pepper gefragt“, sagt er. Ist er enttäuscht? Eher erleichtert. Wie oft hat es ihn geärgert, wenn man ihn als den Künstler identifizierte, der das vielleicht berühmteste Album Cover der Popgeschichte entworfen hat.

Gelohnt hätte sich die Frage nicht. Man weiß ja, dass Peter Blake nur 200 Pfund für das Cover bekam, dass er darüber bis zu seiner „Pensionierung“ etwas bitter war und sich immer noch ärgert, wenn man ihm Sergeant Pepper Plattencovers zum Signieren gibt und diese dann sofort auf Ebay verkauft werden. Blake ist der Chefdesigner der britischen Popszene – sein neuestes Cover ist für die Madness Platte „Oui Oui, Si Si, Ja Ka, Da Da“. Nur mit den Beatles hatte er Pech. John Lennon, eine Freund,  wollte die „Tarzan Box“ kaufen, die in der Geburtstagsausstellung nun einen Ehrenplatz hat. Blake hat sie, aus Pietät und humorvoller Selbstkasteiung, bis jetzt behalten.

Die Sergeant Pepper Innenhülle – mit Blakes Porträt des Sergeant – wurde eben bei Sotheby’s für 55,250 Pfund versteigert. Sie stammte aus dem Nachlass des Architekten Colin St. John Wilson, Erbauer der British Library, von dem auch das Collage-Gemälde „Roxy Roxy“ stammte, das 162.250 Pfund verkauft wurde – es hängt nun in der Waddington Ausstellung  als wohlfeiler Rückkauf. Blakes Preise sind eher bescheiden. Der Spitzenpreis für ein Gemälde liegt bei 337.250 Pfund.

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