Handelsblatt-Edition
Mit Temperament

Der spanische Künstler Manolo Valdés kombiniert so kühn wie faszinierend Altes und Neues aus der Kunstgeschichte. Er hat exklusiv für das Handelsblatt eine Edition gemacht.
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DüsseldorfWenn er elektrisiert ist, greift er zu. Spontan und hemmungslos, so wie er es schon in der Hochzeit der Pop-Art zu tun pflegte. Denn das, was der Spanier Manolo Valdés (*1942) mit einer Form oder Silhouette aus dem üppigen Fundus der Kunstgeschichte macht, führt jedes Mal zu einem neuen, fest in der Jetztzeit verwurzelten Kunstwerk. Das sieht und spürt der Betrachter sofort. Das fasziniert Sammler in aller Welt an dem Wahl-New-Yorker.

Denn so rau wie Valdés den Umriss einer berühmten Aktfigur von Ernst Ludwig Kirchner oder von Rubens festlegt, so keck wie er Bildausschnitte anderer Epochen hinein-„sampelt“, entspringt das eindeutig dem 21. Jahrhundert. Kunst kommt von Kunst, vom Sehen und sich Beziehen. Das haben schon Pablo Picasso und Max Beckmann so gehalten: Es ist der Blick des Künstlers, der erkennt und Altes in Neues verwandelt.

Bei den großen Leinwandbildern kommt noch die Dreidimensionalität hinzu. Buchstäblich erhaben werden diese Werke, denn der Künstler collagiert lässig Jute und Fetzen, Zwirn und Leder in die Malerei. Oder modelliert einen sinnlichen Frauenkörper so dick aus Farbe, dass er wie herausgeschält wirkt aus den verschiedenen Lagen von aufgeklebtem Leinen; Tüchern, die eben auch das zerwühlte Bett meinen. Den „Rosa Akt“ nach einem Bild von Renoir bietet die Galerie Beck & Eggeling für 350.000 Euro an.

Die Düsseldorfer Galerie ist seit Jahren erste Adresse für Gemälde, Skulpturen und Papierarbeiten von Valdés. Ihre jüngste Ausstellung (bis 30.11.) fächert die verschiedensten Seiten dieses Oeuvres auf: zarte, in Transparentpapier geschnittene Mischtechniken („Jackie“ 95.000 Euro), die neusten Alu-Skulpturen, die sich allesamt um afrikanische Masken drehen (ab 145.000 Euro), und die berühmten, abstrahierten Kopf-Skulpturen. Den nur über eine feine Nasenlinie erkennbaren Köpfen verpasst der kraftvoll zulangende Bildhauer ausladende Hüte aus Blüten, Blättern oder Herzen. Das wirkt dann so, als wären die Gedanken Bild geworden; Ideen und Gefühle, die eben nicht unter einen Hut zu bringen sind. Im mittleren Format liegen die barock ausgreifenden Kopf-Skulpturen bei 185.000 Euro.

Im Hofgarten von Düsseldorf steht seit 2006 eine Skulpturengruppe lebensgroßer spanischer Hofdamen, die von Velázquez' Gemälde „Las Meninas“ inspiriert sind. Dazu passende collagierte Radierungen der Infantin Margarita sind in einer 50er-Auflage bei Beck & Eggeling für 6800 Euro zu haben.

In Kooperation mit der Galerie Beck & Eggeling hat das Handelsblatt den international gefeierten Künstler Manolo Valdés für eine exklusive Edition gewinnen können. Die Radierung und Collage „Mujer Periodico Warhol“ ist der Startschuss zu einer Reihe, die das Handelsblatt in loser Folge von herausragenden Künstlern herausbringt. Denn es gilt: Kunst verändert den Blick, regt Auge und Geist gleichzeitig an.

 

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