Hildebrandt begrüßt die Entscheidung
"Scheibenwischer" läuft auch ohne Hildebrandt

Das Satiremagazin "Scheibenwischer" wird auch ohne Dieter Hildebrandt ausgestrahlt: Der Bayerische Rundfunk (BR) will zusammen mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) die von Hildebrandt begründete Satiresendung weiterführen, sagte am Mittwoch ein BR-Sprecher und bestätigte damit entsprechende Medienberichte („tz“, „Süddeutsche Zeitung“). Hildebrandt (76) verabschiedet sich am 2. Oktober mit einer Sondersendung nach 23 Jahren „Scheibenwischer“.

HB MÜNCHEN. BR-Intendant Thomas Gruber habe schon Gespräche mit dem Kabarettisten Bruno Jonas geführt, der bisher zur Kernmannschaft Hildebrandts zählte. Auch der Titel solle bleiben. „Wir wollen so schnell wie möglich eine Nachfolge-Sendung“, sagte der BR-Sprecher. Sicher werde auch der Kabarettist Mathias Richling wieder mit von der Partie sein. Allerdings müssten nun erst einmal die Gespräche mit dem RBB weiter geführt werden, bevor die neue Kernmannschaft benannt werden könne. Geplant seien acht Sendungen pro Jahr.

Hildebrandt zeigte sich erfreut von der Absicht des BR, die Sendung fortzuführen. „Selbstverständlich begrüße ich das. Nun kommt es auf den RBB an“, sagte der Kabarettist und Buchautor. Er habe auch nichts dagegen, wenn die Sendung seinen Titel weiter trage. „Wenn es jedoch andere machen würden, könnte ich mit dem Titel schon zickig sein“, sagte Hildebrandt.

Mit dem Engagement von BR-Intendant Gruber macht sich nun jene ARD-Rundfunkanstalt für den „Scheibenwischer“ stark, die sich vor Jahren einmal aus der Sendung ausgeblendet hatte. „Ich mache, was ich will, und sicher wird die Sendung deshalb irgendwann einmal abgesetzt“, hatte Hildebrandt, langjährige Protagonist der „Münchner Lach- und Schießgesellschaft“, schon vorausblickend gesagt, als sein Fernsehkabarett am 12. Juni 1980 beim Sender Freies Berlin (SFB) im Abendprogramm der ARD startete. Widerspruch und auch Ärger gab es seither des öfteren.

So stieß die „Scheibenwischer“-Sendung vom 14. Januar 1982 mit Gerhard Polt und Gisela Schneeberger, die den umstrittenen Rhein- Main-Donau-Kanal aufs Korn nahm, auf massiven Widerspruch vor allem in Bayern. Im Mai 1986 ordnete der damalige Fernsehdirektor Helmut Oeller wegen „nicht gemeinschaftsverträglicher“ Elemente in einer Sendung über die Folgen des Reaktor-Unglücks von Tschernobyl an, dass sich der Bayerische Rundfunk für 45 „Scheibenwischer“-Minuten aus dem ARD-Programm ausschaltete.

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