Kinostart: Stieg Larssons „Verblendung"
Ein toter Bestseller-Autor wird zum Blockbuster

60 Millionen verkaufte Bücher, großartige Kinobesucherzahlen und ein Stoff, für den Hollywood aus Europa abkupferte: Die US-Version von „Verblendung" kommt heute in die Kinos. Eine europäische Erfolgsgeschichte.
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DüsseldorfDie wahre Geschichte des Stieg Larsson hätte ein Schriftsteller selbst nicht besser erdenken können, denn sie hat alles, um es nach ganz oben zu schaffen: Einen verkannten Idealisten, einen tragischen Todesfall, bahnbrechende Verkaufsrekorde, einen Erbschaftsstreit und schließlich das ganz große Kino. Letzteres sogar schon in der zweiten Auflage.

Heute startet in Deutschland die Verfilmung des ersten Buches der Millenium-Trilogie von Stieg Larsson mit James Bond-Darsteller Daniel Craig in der Rolle des investigativen Journalisten Mikael Blomkvist und der (noch) unbekannten Rooney Mara als Hackerin Lisbeth Salander. Innerhalb von nur zwei Jahren läuft die Geschichte damit zum zweiten Mal in den europäischen Kinos an. 

Denn der schwedische Sender SVT und das deutsche ZDF hatten sich bereits früh die Rechte für die Verfilmung an dem schwedischen Thriller-Stoff gesichert und die Co-Produktion 2010 in die europäischen Kinos gebracht.

Damals mit großem Erfolg: In Deutschland sahen rund 800.000 Besucher den ersten Teil und noch je etwa 600.000 die Teile zwei und drei. In Spanien, Schweden, Italien, England und Frankreich kratzte der Film an der Millionenmarke oder knackte sie sogar. Die drei Filme setzten weltweit 100 Millionen Dollar um.

Für einen Krimi sind das selten erreichte Zahlen. Auch als das ZDF vor einem Jahr die Langfassungen in sechs Teilen im TV ausstrahlte, sahen im Schnitt 17,5 Prozent der Deutschen zu, mehr als vier Millionen – trotz des späten Sendeplatzes um 22 Uhr am Sonntagabend.

Dieser Erfolg ließ Hollywood aufhorchen. US-Filmemacher blicken ohnehin schon zunehmend aufmerksam auf den europäischen Kino- und TV-Markt. Formate aus Good Old Europe schwappen über den Atlantik – und nicht mehr nur umgekehrt. So sicherte sich etwa das amerikanische Studio Newmarket Entertainment die Rechte an einem Remake von Til Schweigers „Keinohrhasen“. Europa entwickelt sich in einigen Nischen zum Testlabor für den US-Markt.

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