Kulturgutschutzgesetz: Das bürokratische Monster

Kulturgutschutzgesetz
Das bürokratische Monster

PremiumUnklare Formulierungen erschweren die Anwendung des neuen Kulturgutschutzgesetzes. In vielen Fällen wird ein legaler Weiterverkauf alter Kunst unmöglich. Händler riskieren mitunter Haftstrafen.

DüsseldorfFür die vorübergehende Einfuhr eines wertvollen Aquarells von George Grosz fühlte sich unlängst der Zoll am Grenzübergang Belgien-Deutschland nicht zuständig. „Wir verkaufen hier nur Maut-Tickets!“, bekam Henrik Hanstein zu hören. Der Chef des Kölner Auktionshauses Lempertz wollte das großformatige Blatt nach Deutschland bringen, um es als eines seiner Toplose der jüngsten Moderne-Auktion zu versteigern. Er möge doch in Köln zum Zoll gehen, wurde Hanstein empfohlen.

Kurz bevor Anfang August das Kulturgutschutzgesetz in Kraft treten sollte, hatte Monika Grütters den Passus einer vorübergehenden, auf höchstens zwei Jahre begrenzten Einfuhr in das Gesetzeswerk einfügen lassen. Damit sollte das betreffende Werk vor...

 
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