Kunst & Antiquitäten
Wo der Kunstfreund nach Liebhaberstücken stöbert

Auf der „Kunst & Antiquitäten“-Messe auf dem Münchener Nockherberg trifft Kurioses auf Liebhaberstücke; zwischendrin ist immer wieder auch etwas Museales. Wer erschwingliche Kunstwerke, Schmuck und Volkskunst sucht, kommt an der Messe nicht vorbei.
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MÜNCHEN. Wer erschwingliche Kunstwerke, Schmuck oder alpenländische Volkskunst sucht, darf im Münchener Messeherbst neben den Highlights (s.S. 74) und der 55. Kunstmesse München im Postpalast die 83. „Kunst & Antiquitäten“ nicht verpassen (23.10. bis 1.11.).

Im Paulaner am Nockherberg versammeln sich 65 Kunsthändler, die Möbel und Teppiche mit Gebrauchsspuren, Silber und Jugendstilarbeiten anbieten. Hier trifft Kurioses auf Liebhaberstücke und zwischendrin ist immer wieder auch etwas Museales.

Auf einer geöffneten Muschel ruht, wer den venezianischen Grottenstuhl bei Maximilian Fritz erwirbt. Bei Brigitte Martini zieht ein chinesischer Hufeisenstuhl alle Blicke auf sich, bei Peter Wachholz ein anatomisches Gesichtsmodell von 1910. Ein Gemälde „Maria mit Kind“, das um 1600 entstand, konnte der Kunsthandel Wittmann Matthias Kager zuschreiben, einem der Hofmaler von Maximilian I., der auch an der Ausstattung der Münchener Residenz beteiligt war.

In diesem Herbst bereichern erstmals elf Experten rund ums Papier die Nockherbergmesse. Denn mit dem Auszug aus den Riemer Messehallen haben namhafte Zeichungshändler und Antiquare ihre Münchener Verkaufsplattform verloren. Durch die im Vergleich niedrigeren Verkaufspreise von Arbeiten auf Papier können sich diese Händler keine hohen Standkosten leisten.

Sehr selten und museal sind die beiden Aquarelle von Carl Hummel, die in schöner Perspektive die Dichterzimmer im Residenzschloss Weimar darstellen. Auftraggeberin war 1846 wohl die Weimarer Großherzogin Maria Pawlowna, die ihrer Nichte Hélène von Orléans ein Geschenk machten wollte. Die auf das 19. Jahrhundert spezialisierte Galerie Joseph Fach aus Frankfurt erwartet dafür 28 000 Euro.

Der Romantik-Experte Fichter, ebenfalls aus Frankfurt, wartet u.a. mit einem Aquarell der Brüder Rottmann auf, das die heute nicht mehr erhaltenen Italienfresken der Arkaden im Münchner Hofgarten zeigt. Sabrina Förster aus Düsseldorf reist nicht nur mit berühmten Katzen-Zeichnungen von Theophile Steinlen an, sondern auch mit einem großen Frauenporträt des Franz von Lenbach.

Die von Andreas Ramer veranstaltete „Kunst & Antiquitäten“ genießt einen guten Ruf, weit über München hinaus. Hier wird nicht nur richtig Umsatz gemacht; hier kaufen auch Händler ein, die selbst woanders ausstellen.

(Täglich 11 bis 19 h, Mi bis 21 Uhr)


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