Kunstausstellung
Bezahlbar-Solides aus Karlsruhe

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Betörende Musik

Ein breites Angebot zwischen Moderne und zeitgenössischer Kunst präsentiert die Kölner Galerie Boisserée, die Werke von zwanzig Künstlern mitgebracht hat. Neben Fotografien von Helmuth Newton und Arbeiten des Malers Jan Voss stehen auch einige Blätter von Picasso zum Verkauf, darunter ein „Faune musicien“ für 28.000 Euro. 

Gegenwartskunst und Klassische Moderne offeriert auch Michael Werner (Köln/Märkisch Wilmersdorf), unter anderem einige der typischen Kugel-Objekte des amerikanischen Konzept-Künstlers James Lee Byars (von 25.000 bis 50.000 Euro), ein wuchtiges Schwarzweiß-Bild von A.R. Penck (65.000 Euro) und mehrere Modelle der „Herkules“-Skulptur von Markus Lüpertz (50.000 bis 75.000 Euro), deren 18 Meter hohes Original über der Zeche Nordstern in Gelsenkirchen thront.

Pop-Art zeigt u.a. die Frankfurter Galerie Davis Klemm. Sie widmet den geometrisch und graphisch abstrahierten Frauen-Bildnissen von Werner Berges eine so genannte „one artist“-Schau, die einem Künstler mindestens 25 Quadratmeter Ausstellungsfläche zugesteht. Berges’ überwiegend großformatige Arbeiten liegen preislich zwischen 3.500 und 28.000 Euro.

Kritisch beurteilt Ulrike Groos, Direktorin des Stuttgarter Kunstmuseums, das Profil der Art Karlsruhe: „Es ist eine sehr disparate Mischung, man entdeckt aber immer wieder Bemerkenswertes. Interessant ist auch, die lokalen Galerien hier so konzentriert zu sehen. Karlsruhe wird wichtiger. Bei den Zeitgenossen fehlt mir allerdings das Schräge, Mutige. So etwas wie die „Army of Luck“ würde ich mir häufiger wünschen.“

Der Hingucker schlechthin ist diese acht Meter lange Installation „The Army of Luck – The Global Pursuit of Happiness“: Der Künstler Boris Petrovsky hat 520 japanische Winke-Katzen in 13 vertikalen Reihen so angeordnet, dass deren stoische Pfoten-Bewegungen via Computer-Steuerung als Sätze in Laufschrift lesbar werden. Die Besucher können die Botschaften interaktiv mitgestalten, indem sie Vorschläge in einen Zettelkasten werfen. Galeristin Karin Abt-Straubinger von der Galerie Abtart setzt mit dieser Installation bewusst aufs Risiko: „Ich habe das eher als Projekt gesehen“, gibt sie zu Protokoll und rechnet kaum damit, dass sie die Installation für etwa 200 000 Euro verkaufen wird. Die Entwicklung der Messe sieht auch sie positiv, auch wenn aus ihrer Sicht „nicht sehr viel Überraschendes“ dabei ist. Den erstaunlichsten Beitrag hat sie schließlich selbst geleistet.

 

Art Karlsruhe: 08.03. – 11.03.2012

www.art-karlsruhe.de

Messeallee 1, 76287 Rheinstetten

Kostenloser Bus-Shuttle ab HBF Karlsruhe

Tageskarte: 16,00 Euro

Katalog: 25,00 Euro                            

 

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