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Kunstfest Weimar zeigt die „Kunst der Weimarer Republik“

Das Kunstfest Weimar bietet gleich zu Anfang einen Höhepunkt: „Kunst der Weimarer Republik“ aus der Nationalgalerie Berlin sind von diesem Samstag an im Neuen Museum Weimar zu sehen. Präsentiert werden rund 120 Gemälde, Fotografie, Grafik, Plakate und Architekturentwürfe zwischen 1918 bis 1933.

dpa WEIMAR. Das Kunstfest Weimar bietet gleich zu Anfang einen Höhepunkt: „Kunst der Weimarer Republik“ aus der Nationalgalerie Berlin sind von diesem Samstag an im Neuen Museum Weimar zu sehen. Präsentiert werden rund 120 Gemälde, Fotografie, Grafik, Plakate und Architekturentwürfe zwischen 1918 bis 1933.

Bis 24. Oktober sind Meisterwerke von Corinth, Kokoschka, Grosz, Dix, Nolde, Klee und Feininger zu sehen. Die Ausstellung zeige die Suche der Künstler nach neuer Ästhetik und neuer Ideologie, bevor Deutschland „zu einer geschlossenen Gesellschaft“ wurde, sagte die neue Kunstfest-Intendantin Nike Wagner.

„Weimar war Synonym für die Moderne“, sagte der Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Klaus-Peter Schuster. „Es war eine Zeit, als die Moderne in Weimar fast Staatskunst war.“ Schuster erinnerte an die spektakulären Ausstellungen unter Harry Graf Kessler Anfang des 20. Jahrhunderts bis zur Gründung des Staatlichen Bauhauses 1919.

Die Sonderschau in der Klassikerstadt Weimar, die der ersten deutschen Demokratie ihren Namen gab, kam durch pures Glück zu Stande: Die Nationalgalerie Berlin musste ihre Säle für die Sonderausstellung aus dem Museum of Modern Art in New York (Moma) freimachen.

Das Neue Museum Weimar, zum Kulturstadtjahr Weimar 1999 aus der Ruine des Großherzoglichen Museums wiedererstanden, zeigt die Zwiespältigkeit und Zerrissenheit der Künstler zur Zeit der Weimarer Republik. „In Zeiten des Umbruchs wird auch ein revolutionärer Stil geprägt“, sagte Moritz Wullen von den Staatlichen Museen Berlin, der die Weimarer Sonderschau konzipierte. Dies spiegele sich auch in der Plakatkunst und Architektur wider. In der Kunst der Weimarer Republik habe es keinen homogenen Stil gegeben.

Der klaren Architektur des Bauhauses standen beispielsweise Wagnerianische Monumentalbauten gegenüber, die der pompösen Architektur der Nationalsozialisten den Weg ebneten. Auch die Bildende Kunst teilte sich in zwei Lager: Auf der einen Seite standen Künstler wie George Grosz und Otto Dix, die mit ihren provokanten Werken die Gesellschaft entlarven wollten.

Einen anderen Weg beschritten die Bauhaus-Künstler Lyonel Feininger und Paul Klee, die abstrakt malten. Grosz habe diese Art Kunst verabscheut, sagte Wullen. Seiner Meinung nach war es ein Irrglaube anzunehmen, damit revolutionär zu sein. Der Versuch neuer Kunst sei jedoch letztendlich wie auch die Weimarer Republik gescheitert.

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