Lagerfeld in der Bundeskunsthalle
Eine Kunstfigur im Mittelpunkt

Er hat das Chanel-Kostüm neu erfunden: Karl Lagerfeld gilt in der Modewelt als lebende Legende und Meister der Selbstinszenierung. Die Bundeskunsthalle zeigt nun erstmals seine „Modemethode“ in einer Ausstellung.
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BonnEr wirkt selbst wie eine Kunstfigur: Mit seinem weiß gepuderten Pferdeschwanz, der dunklen Sonnenbrille und dem hohen Hemdkragen hat Karl Lagerfeld sich schon allein optisch zur Marke gemacht. In der Modewelt gilt er als Ausnahmedesigner und lebende Legende: Große Couture-Häuser wie Chanel, Chloé und Fendi führte er zum Erfolg, und nebenbei pflegt er seine eigenen Labels. So scheint es nur konsequent, dass die Bundeskunsthalle in Bonn ihm nun eine eigene Ausstellung widmet - und dabei erstmals seine Mode in den Mittelpunkt stellt (28. März bis 13. September).

Mehr als 120 transparente Mannequin-Puppen tragen in dem Museum Lagerfelds Kreationen. Angefangen mit dem - nachgeschneiderten - Wollmantel, mit dem er 1954 einen Wettbewerb des Internationalen Wollsekretariats gewann, und der so den Beginn seiner Karriere markierte.

Lagerfelds Kollektionen sind eine Kombination aus Eleganz, Klassik und Innovation. Das berühmte Chanel-Kostüm etwa, das im Original aus einem lockeren Jäckchen und ausgestelltem Tweed-Rock besteht, hat er im Laufe der Jahre immer wieder neu interpretiert - mit Minirock, Schleifchen oder breiten Bordüren.

Als er vor 50 Jahren begann, für das italienische Unternehmen Fendi zu arbeiten, krempelte er die Pelzmode um. „Pelze waren früher schwer und steif. Lagerfeld hat sie leichter gemacht, indem er sie behandelte, als wären es Stoffe“, sagt Ausstellungsleiterin Angelica Francke.

Einen völlig anderen Stil haben seine Entwürfe für Chloé: Verspielte, luftige Kleider und schlichte Schnitte, verziert mit Stickereien wie einer Geige oder einem Wasserfall. Accessoires wie Taschen, Schuhe und Gürtel sowie eine Zusammenstellung von 177 verschiedenen Chanel-Knöpfen zeigen Lagerfelds Liebe zum Detail.

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Eine Kunstfigur im Mittelpunkt

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Lagerfeld als Lebensgefühl

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  • Karl Lagerfeld ist Deutscher und Franzose in einer Person. Ein wenig Italiener und Brite ist wohl auch noch dabei. Arbeitsam, intelligent, gebildet, ein Genießer, Lebenskünstler, korrekt und wahrscheinlich auch ein strenger aber fairer Chef. Wer seine Schöpfungen erwirbt, bekommt auch immer etwas von dem unglaublichen Charisma dieses Mannes mit in die "Einkaufstüte" gelegt. Auch dies wird ein Grund für seinen außergewöhnlichen Erfolg sein.

    Mode interessiert mich eigentlich gar nicht. - Wenn es aber einmal unerwartet zu einem erfreulichen, hinreichenden Input in mein "Sparschwein" kommen sollte, dann soll es für meine Herzallerliebste ein Kleid aus einer Kollektion von Karl Lagerfeld sein und das würden wir auch direkt in Paris kaufen. Man leistet sich ja sonst nichts ;-)

    Karl Lagerfeld sollte der Welt noch lange bei bester körperlicher und geistiger Gesundheit erhalten bleiben -



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