Luciano Benetton
Der Mann, der die Mauern liebt

Häuser sind so schützenswert wie Menschen – findet Luciano Benetton. Mittlerweile hat der Chairman der Benetton Group eine ganze Schutzzone für alte und neuer Architektur rund um den Firmensitz geschaffen. Warum Benetton alte Häuser sammalt und neue Denkmäler baut.

Luciano Benetton springt aus dem Leder-Stuhl auf und hastet ins Nebenzimmer. Wenig später kommt er mit einem großen Plan zurück, den er vorsichtig auf den Tisch legt. Stolz leuchten seine blauen Augen unter der weißen Professorenmähne, als er behutsam und liebevoll den Grundriss der Zukunft auffaltet. Mit manikürten Fingern verfolgt der Gründer des Mode-Unternehmens Benetton die Linien und Umrisse seines neuen Traums. Er will das Brachland gegenüber der Villa Minelli in einen Park mit üppigem Wald, Jasminbüschen und Weinpflanzen inklusive Radweg verwandeln.

Villa Minelli, das ist das kulturelle und finanzielle Epizentrum der Familie Benetton. Hier, eine halbe Autostunde von Venedig entfernt, sitzt die Zentrale der Benetton Group, einer Tochter der Edizione Holding, die aus dem Kleidungs-Unternehmen hervorgegangen ist und und heute außer bunten Pullovern auch Autobahnen und Schnellrestaurants umfasst.

Und hier plant Benetton sein neues Projekt der Landschafts-Architektur. „Ich bewege mich derzeit von geschlossenen Räumen in die Richtung von offenen Räumen, der Landschaft“, erläutert der 71-Jährige ruhig. Er ist dieser Kunstform verfallen. „Architektur ist eine Leidenschaft für mich“, sagt Benetton.

Doch es war keine Liebe auf den ersten Blick. Vielmehr ist sie langsam gewachsen. Nachdem Benetton anfangs nur einen Firmensitz bauen ließ, hat sich die Umgebung der Villa Minelli mit den Jahren in einen atemberaubenden Architekturpark entwickelt.

Ebenso wie sich das Unternehmen vom Pullover-Hersteller auf immer weitere Geschäftsbereiche ausgebreitet hat, hat sich auch der Chef auf immer größere architektonische Experimente eingelassen. Immer wieder engagiert der Chairman der Benetton Group renommierte Architekten – Tobia Scarpa, Tadao Ando, Campo Baeza.

„Schöne Gebäude geben mir jeden Tag etwas“, schwärmt Benetton, der schon immer als der kreative Kopf der Familie galt. „Architektur ist auch für uns als Personen wichtig. Wenn ich Hässliches sehe, dann geht es mir schlecht", sagt der Ästhet. Er schätzt eben nicht nur bei der Kleidung Schönheit.

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