Manipulation kaum möglich
Die Unbestechlichkeit des Eurovision Song Contest

ESC-Fans stellen sich vor jedem Wettbewerb, ob bei den Telefonabstimmungen Alles mit rechten Dingen zugeht. Die verantwortlichen Sicherheitsexperten sagen ja - Manipulation ausschließen können sie dennoch nicht.
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DüsseldorfDie Spannung bei den Fans steigt: Nur noch ein paar Tage, dann geht der Eurovision Song Contest in Düsseldorf über die Bühne. Insgesamt 43 Nationen schicken für ihr Land einen Sänger oder eine Gruppe ins Rennen. Und jedes Land hofft darauf, möglichst oft die „12 Punkte“-Höchstwertung von den Mitbewerber-Nationen zu ergattern, denn: Die Entscheidung über Sieg oder Niederlage eines Länderbeitrags treffen nicht die heimischen Fans. Oder doch? Lässt sich mit Schummelei an der Punkteschraube drehen?

Befragt man Internet-Suchmaschinen nach Mogeltricks, gibt es scheinbar mehrere Möglichkeiten. Demnach bietet sich beispielsweise ein Kurztrip ins benachbarte Ausland an, um von dort aus mit dem Handy für den eigenen Kandidaten anzurufen. Über solche Ideen kann Thomas Niedermeyer von Digame mobile in Köln, dem offiziellen Votingpartner des Gesangswettbewerbs, nur schmunzeln. „Das sind Gerüchte. Das funktioniert einfach nicht“, ist er überzeugt. „Jede Mobilkarte übersendet die Länderkennzahl und die wird vom System erkannt.“ Wer Pech hat, muss beim sogenannten Border-Hopping für den Anruf zahlen, ohne Einfluss auf die Abstimmung genommen zu haben.

Keine Chance haben auch findige Köpfe, die ihren Heimbeitrag per Internet-Telefonie zum Sieg hieven wollen: „Wir plotten alle IP-Applikationen“, bricht es aus Techniker Niedermeyer heraus - heißt: Wenn einem „Anruf“ Internet-Spuren anhaften, wird er automatisch vom Auswertungssystem aussortiert. Ein Grund für das Blocken von Anrufen beispielsweise über Skype: Geld. Denn die Televoting-Spezialisten arbeiten nicht für lau. 14 Cent pro Anruf soll die Stimme aus dem Volk kosten. Wer seinen Favoriten zum Sieg „simsen“ will, muss ebenfalls zahlen. Insgesamt sind pro Rufnummer 20 Votes erlaubt.

Bei den offiziellen Fanclubs des Gesangswettbewerbs sind Mogeleien kein Thema, denn das musikalische Herz schlägt nicht zwingend für den Beitrag des eigenen Landes: „Ein richtiger Fan sieht das nicht so national. Er hofft einfach, dass das beste Lied gewinnt“, erklärt Michael Sonneck. Dabei setzen die Mitglieder seines Vereins auf das Prinzip „Daumen drücken“, wie der Vorsitzende des EC Germany erklärt. Das Rennen um den Titel wird Deutschland seiner Meinung nach nicht gewinnen: „Lena wird einen guten Platz machen“ - auch ohne Hilfe.

Dennoch: „Einen hundertprozentigen Schutz vor Mogeleien gibt es nie“, ist sich Niedermeyer bewusst, aber „wir haben schon einen sehr hohen Sicherheitsschutz“. Und überhaupt: Ein paar Anrufe mehr sind nur ein „Tropfen auf dem heißen Stein“, sagt der Techniker. Ohne Zahlen zu nennen, ergänzt er: „Die Teilnahme ist so gigantisch, da kann ein Einzelner nichts ausrichten.“ Eine „saubere Taktik“ könnte jedoch von Erfolg gekrönt sein: Wenn Fans für die schwächsten Teilnehmer voten und damit die Favoriten bei der Punkteverteilung ins Abseits stellen. Ärgerlich, wenn Anrufer mehrere Nationen auf diese Idee kommen. Denn dann steht einem Außenseitersieg nichts mehr im Weg.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • "ESC-Fans stellen sich vor jedem Wettbewerb, ob bei den Telefonabstimmungen Alles mit rechten Dingen zugeht." Der erste Sart bedarf einer minimalen Korrektur, oder?? :-)

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