Marrakesch Art Fair
Buhlen um Sammler aus dem arabischen Sprachraum

Welche Kunststile haben eine Chance bei Sammlern, die mit dem islamischen Bilderverbot aufgewachsen sind? Das ist die Frage, die sich alle Galeristen stellen, die Neukunden von Marokko bis zu den Golfstaaten bedienen wollen. Mit der Marrakesch Art Fair geht 2010 die dritte Spezialmesse an den Start.
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PARIS. Die Länder des islamischen Kulturkreises gelten auch in der Kunstwelt als Emerging Markets. Da folgt eine Messegründung auf die nächste, auch wenn die Aufbaujahre erst einmal kosten. Neu dabei ist "Marrakesch Art Fair", die zwischen 9. bis 11. Oktober 2010 mit moderner, mit zeitgenössischer Kunst und mit Design an den Start gehen will. Veranstaltungsort sind die Gärten des Luxushotels Palace Es Saadi.

Caroline Clough Lacoste, die bereits die Kunstmessen "artparis" und "artparis-abudhabi" auf den Weg gebracht hat, will rund 40 Galerien nach Marrakesch bringen. Sie arbeitet dabei mit Henri Jobbé-Duval zusammen, dem Mitbegründer und langjährigen Leiter der Pariser Kunstmesse FIAC. Zum Organisationsteam gehört auch der marokkanische Unternehmer Hicham Daoudi, dessen "Art Holding Marocco" ein Auktionshaus betreibt und eine Zeitschrift herausgibt. Der Kunsthistoriker Brahim Alaoui, langjähriger Direktor des Museums "Institut du Monde Arabe" in Paris, rundet das Messeteam als profunder Kenner der arabischen Kunstszene, fachlich ab.

Beiprogramm wie aus 1001 Nacht

Die "Marrakesch Art Fair" wird bewusst auf reiche marokkanische und europäische Sammler abgestimmt. Da für Aussteller und Sammler Sozialkontakte immer sehr wichtig sind, bietet das Beiprogramm Glamour, Feste, Besichtigungen bei lokal ansässigen Sammlern, Atelierbesuche sowie einen Golf-Wettbewerb. Der Gewinner im "Turnier der Galeristen" erhält ein Kunstobjekt als Trophäe, das ein marokkanischer Künstler gestaltet.

Der Pariser Galerist Enrico Navarra findet es "wunderbar, dass man in den arabischen Ländern zusehends mehr substantielle kulturelle Ereignisse startet." Die "Marrakesch Art Fair" wird schließlich die dritte strahlkräftige Messe für zeitgenössische Kunst im arabischen Sprachraum sein: denn im März findet die "Art Dubai" statt und Ende November die "Abu Dhabi Art". Saudi-Arabien könnte übrigens das nächste angepeilte Ziel der Messegründer sein.

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