Nach Auktionsrekord
Sotheby's will mit Warhols Elvis nachlegen

Mit Munchs Gemälde „Der Schrei“ hat Sotheby's alle Rekorde gebrochen. Nun legt das Auktionshaus mit Werken von Warhol und Lichtenstein nach. Allein 50 Millionen Dollar erhofft sich Sotheby's für den „Double Elvis“.
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New YorkEine Woche nach dem spektakulären Auktionsrekord für Edvards Munch Gemälde „Der Schrei“ will Sotheby's noch einmal mit der zeitgenössischen Kunst Millionen erlösen. Höhepunkte der Frühjahrsauktion sollen Werke von Andy Warhol und Roy Lichtenstein sein. Geht die Rechnung des Auktionshauses auf, werden allein für diese beiden Bilder am Mittwoch (Donnerstag deutscher Zeit) zusammen 90 Millionen Dollar (69 Millionen Euro) gezahlt. Allerdings sind im Kunstmarkt immer Überraschungen möglich - nach oben wie nach unten.

Munchs „Schrei“ war in der vergangenen Woche für fast 120 Millionen Dollar (90 Millionen Euro) versteigert worden, das bedeutete Weltrekord bei einer Auktion.

Allein 50 Millionen Dollar erhofft sich Sotheby's für den „Double Elvis“ von Warhol. Von einem Rekord für den 1987 gestorbenen Künstler wäre das 1963 entstandene Bild allerdings weit entfernt. Vor ein paar Jahren hatten die „Eight Elvises“ 100 Millionen Dollar eingebracht. Dabei zeigen beide Bilder eigentlich fast das Gleiche: Elvis Presley mit Jeans und Cowboystiefeln und einem Revolver in der Hand. Auf dem Rekord-Bild ist der Sänger und Schauspieler gleich achtmal zu sehen, so als wäre beim Entwickeln einer Fotografie etwas falsch gelaufen. Bei dem jetzt zur Versteigerung stehenden Bild hat der Elvis nur links einen schwachen Schatten seiner selbst.

Eine schlafende Schönheit könnte den bisherigen Rekordpreis für einen Lichtenstein brechen. „Sleeping Girl“ von 1964 wird auf 30 bis 40 Millionen Dollar geschätzt. Das bisher teuerste Gemälde des vor 15 Jahren gestorbenen Künstlers war im November für 43,2 Millionen Dollar (etwa 31,3 Millionen Euro) versteigert worden.

„Sleeping Girl“ ist auf knapp 92 Zentimetern eine blonde Schönheit, die hinreißend schlummert. Eigentlich war es ein weinendes Mädchen, aber Lichtenstein ließ die Träne weg und machte sie so zum schlafenden Mädchen. Wie üblich bei ihm wirkt das Bild wie der vergrößerte Schnipsel eines Comics - inklusive der Gesichtsfarbe, die aus weißem Untergrund mit roten Punkten den Anschein von rosa gibt.

Das Bild war in den vergangenen 48 Jahren in Privatbesitz. Die Sammler Beatrice und Phillip Gersh hatten das fast noch feuchte Gemälde 1964 gekauft. „Sleeping Girl“ ist eines der großen Meisterwerke des 20. Jahrhunderts, zusammen mit Ikonen wie den Frauen von Pablo Picasso, Constantin Brancusi und Amedeo Modigliani“, sagte Tobias Meyer. Der Deutsche ist Chef für Moderne Kunst bei Sotheby's.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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