Nach Krebsdiagnose
Schlingensief erlebt wöchentlich Zusammenbruch

Der an Lungenkrebs erkrankte Regisseur Christoph Schlingensief ist auf dem Weg der Besserung, leidet aber noch unter den Nebenwirkungen von Tabletten. Mental sei er aber weiter angeschlagen.

HB HAMBURG. „Die Metastasen sind weg“, sagte Schlingensief dem Magazin „Stern“. Er nehme Tabletten, die das Zellenwachstum hinderten, aber Schäden an Haaren und den Füßen anrichteten. „Das kann man aber verkraften. Es gibt Patienten, denen es tausendmal schlechter geht als mir“, sagte Schlingensief.

Mental sei er auch weiter angeschlagen: „Jede Woche gibt es einen Zusammenbruch. Da kommen alle Ängste wieder hoch. Als wäre man gefangen. Kein Ausgang, kein Funken Zuversicht. Und diese wahnsinnige Traurigkeit, warum das passieren musste.“ Schlingensief wurde nach einer Lungenkrebs-Diagnose die halbe Lunge entfernt.

Geholfen habe ihm der Jubel nach der Premiere seines neuen Stückes „Mea Culpa - eine Readymade-Oper“ am Wiener Burgtheater. „Es ist toll, nur in glückliche Gesichter zu gucken. Das gibt Kraft. Man braucht das Gefühl, geliebt und gebraucht zu werden.“

An seine Arbeit als Richard-Wagner-Regisseur in Bayreuth denkt Schlingensief nicht gern zurück. „Natürlich ist Bayreuth nicht schuld an meinem Krebs gewesen“, sagte er. „Aber in der Zeit, als er anfing zu wachsen, war mein Immunsystem bestimmt nicht mehr das Allerbeste.“ Bayreuth sei ein Ort „des Größenwahns und des Hasses“, sagte er. In Bayreuth hatte er 2004 „Parsifal“ inszeniert, seine erste Oper.

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