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Neuer "Macho" ist familienfreundlich

Die US-Trendforscherin Marian Salzman, die vor zwei Jahren mit dem Männerbild vom „Metrosexuellen“ Furore machte, sieht das Nachahmen weiblicher Verhaltensmuster auf dem Rückzug. Männer wollten wieder Stärke zeigen und „nicht wie ihre Freundin riechen.“

dpa LONDON. Die US-Trendforscherin Marian Salzman, die vor zwei Jahren mit dem Männerbild vom „Metrosexuellen“ Furore machte, sieht das Nachahmen weiblicher Verhaltensmuster auf dem Rückzug. Männer wollten wieder Stärke zeigen und „nicht wie ihre Freundin riechen.“

Frage: „Was unterscheidet den neuen Mann vom Ideal des Metrosexuellen?“

Marian Salzman: „Der von uns ausgemachte neue Typ ist ein stärkerer Mann. Es ist dabei auch stark in der Verbindung zu seinen Gefühlen und Wünschen ebenso wie bei emotionalen Beziehungen zu anderen. Der Metrosexuelle, wie er ab 2003 beschrieben wurde, war intensiver mit seinem Körper, seinem Aussehen und seiner Körperpflege beschäftigt. Er war ein etwas weicherer Typ. Der neue Mann sagt: "Ja, ich muss mich gut pflegen, ich will mich im Haushalt einbringen." Er sagt aber genauso: "Ich muss auch meiner Männlichkeit gerecht werden. Ich muss meine männlichen Eigenschaften herausstellen wie zum Beispiel Führungsstärke."“

Frage: „Wo stehen die deutschen Männer im internationalen Vergleich?“

Salzman: „Die deutschen Männer liegen bei dem neuen Trend nach meiner Einschätzung etwas hinter den Männern in Großbritannien. Aber die Entwicklung wird auch in Deutschland schnell spürbar werden - das war auch bei der Entdeckung der Metrosexualität so. Insgesamt gehören heute etwa 20 bis 25 Prozent zu diesen neuen, stärkeren Typen. Bei den jüngeren, den 20- und 30-Jährigen, sind es mehr. Unter den Älteren weniger.“

Frage: „Und wie steht es um das Verhältnis zu den Frauen?“

Salzman: „Arroganz gegenüber Frauen, auf Frauen herunter zu schauen, ist in den Augen des neuen Typs ein Fehler. Aber er trifft sich ohne schlechtes Gewissen mit Freunden zum Bier. Die neuen Männer wollen nicht wie ihre Freundin riechen. Sie wollen nicht das Duschgel oder Shampoo ihrer Frau verwenden, Männer wollen ganz eigene Produkte. Es ist keine gute Zeit für so genannte Unisex-Produkte für beide Geschlechter.“

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