Neumeister
Leidenschaft für Alte Meister

Eine Auktion mit Alten Meistern und Malerei des 19. Jahrhunderts wurde für Neumeister zum größten Erfolg des Jahres. Händler und Sammler boten mit Engagement auf Lose aus allen Sparten.
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MünchenEin Alter Meister avancierte bei Neumeister am 30. November zum teuersten Los des Tages.  Für das Münchener Auktionshaus war es gleichzeitig der Höhepunkt der erfolgreichsten Auktion des Jahres. 220.000 Euro (ohne Aufschlag) bewilligte ein deutscher Sammler für das erzählfreudige Werk, das den Turmbau zu Babel zeigt. Es stammt von Abel Grimmer, einem Antwerpener Künstler, der 1592 in die dortige Lukasgilde aufgenommen wurde. Er wurde von seinen Zeitgenossen hoch geschätzt. Das Sujet des Turmbaus griff er nicht nur einmal auf.

Nachfrage in allen Sparten

Aus dem Altmeistersektor wechselte auch ein maritimes Gemälde von Jacob Bellevois den Besitzer. Seine Segelschiff-Darstellung mit bewegter See erzielte taxgerechte 11.000 Euro. Noch nicht fest zugeschlagen wurde das zur Jahreszeit passende Gemälde einer „Winterlandschaft mit Heiliger Familie auf der Flucht nach Ägypten“ von Gysbrecht Lytens. Erwartet wurden 60.000 bis 70.000 Euro.

Neben bietfreudigen Privatsammlern beteiligte sich der Handel stark an der Auktion. Es herrschte viel Nachfrage, quer durch alle Sparten des Angebotes. „Wir profitieren von den Märkten weltweit, nicht nur vom Binnenmarkt, der maßgeblich beteiligt war“, erklärte Katrin Stoll, Geschäftsführerin von Neumeister. Über das Internetportal „lotissimo“ wird die Auktion von vielen Kunden auch international live mitverfolgt. Außerdem berichtet Stoll von ihrem Eindruck, dass der dekorative Charakter des Werkes bei der Kaufentscheidung  zunehmend eine größere Rolle spielt.

Spitzweg ist wieder in

Von Carl Spitzweg wurden sechs Werke angeboten, die allesamt verkauft wurden. Das ist seit mehreren Jahren nicht mehr selbstverständlich. Neumeister, die erste Adresse für Spitzweg-Sammler, hatte in der Vergangenheit auch Rückgänge verzeichnen müssen. Der Markt ist „doch ziemlich selektiv“, wie Katrin Stoll betont. Sie vertritt den Gedanken, dass die auf den Werken dargestellte biedermeierliche Idylle durch die Realität des 21. Jahrhunderts zurückgedrängt wurde. Handelt es sich aber um attraktive, typische Werke wie das zudem noch autobiographische Gemälde „Der Maler auf einer Waldlichtung“, werden die Sammler aktiv. Das Werk spielte mit 150.000 Euro die untere Taxe ein und führt damit die Spitzweg-Riege der Auktion an.

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