Oliver Stone strahlt Stärke und Macht
Visionärer Machtmensch

Regisseur Oliver Stone lässt sich von schärfsten Kritiken nicht beeindrucken. Auch jetzt, bei „Alexander“, ist er unbeirrt.

Energiegeladen stürmt Filmemacher Oliver Stone ins Hotelzimmer. „Sie erleben mich heute wirklich von der schlechtesten Seite“, warnt er. „Ich habe eine fürchterliche Erkältung und kaum geschlafen.“ Kaum sitzt er, springt er schon wieder auf: „Ich hasse Vorhänge, ich brauche Licht und frische Luft.“ Und reißt die Fenster auf. Unwillkürlich drängt sich die Frage auf: Wie ist Oliver Stone, wenn er ausgeschlafen und völlig gesund ist?

„Er arbeitet sich den A… ab“, sagt Schauspieler Colin Farrell, der Hauptdarsteller aus Stones aktuellem Film „Alexander“. Regisseur Stone ist bekannt dafür, dass er seinen Schauspielern eine Menge abverlangt und dass er dabei nicht gerade ein Mann leiser, empfindsamer Töne ist. „Er ist schon fast brutal in seiner Ehrlichkeit“, findet Farrell.

Im Gespräch ist Stone konzentriert und präsent: direkter Blick, wache, braune Augen. Die Schläfen sind bereits leicht angegraut. Stone ist 57 Jahre alt – und hat ein sehr bewegtes Leben hinter sich. Als 21-Jähriger war er 15 Monate in Vietnam und wurde dabei zweimal verwundet; er war zweimal verheiratet und wurde wieder geschieden; aus den Ehen stammen zwei Söhne; das dritte Kind, Tochter Tara, hat er mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Chong Son Chong. Dazu drei Oscars, elf Nominierungen – und schärfste Verrisse.

Spuren scheint das kaum hinterlassen zu haben. Oliver Stone strahlt Stärke und Macht aus, ungeheure Vitalität und Willenskraft. Er dreht am liebsten Filme über Herrscher und Mächtige, über den charismatischen J.F.K., den umstrittenen Nixon, den abgedrehten The-Doors-Sänger Jim Morrison. Und jetzt – über den Größten von allen: Alexander, den König von Mazedonien, der vor 2350 Jahren die griechischen Legionen gegen das gigantische persische Empire führte und der seine Armeen, nachdem er die Perser geschlagen hatte, durch die gesamte bis dahin bekannte Welt führte – weiter als je ein Mensch seines Kulturkreises vorgestoßen war. 35 000 Kilometer legte er mit seiner Armee zurück, und als er mit 32 Jahren starb, hatte er ein Weltreich erobert, das vom heutigen Indien über den Iran, Irak und die Türkei bis nach Bulgarien und im Süden bis Libyen reichte.

Machtmensch Stone war von dem Eroberer Alexander fasziniert. „Das Schöne an Alexander ist, dass er immer gewonnen hat“, findet Stone. „Er eroberte die Welt, ohne ein einziges Mal einen militärischen Rückschlag zu erleiden, und er war ein Visionär und ein Mann von bemerkenswertem und großzügigem Geist.“

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