Otto Mueller
Wiedersehen mit einer spärlich Bekleideten

Eine Düsseldorfer Galerie zeigt ein herausragendes Konvolut mit Papierarbeiten von Otto Mueller. Auf dem Kunstmarkt wird der eigenwillige Expressionist in den letzten Jahren stärker nachgefragt.
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DüsseldorfAm liebsten malte er in der freien Natur: Otto Mueller, der Expressionist, der zwar der Avantgarde-Künstlergruppe „Die Brücke“ angehörte, aber doch einen Sonderweg ging. Während die „Brücke“-Kollegen offensiv mit auffallend leuchtenden Farben arbeiteten, bevorzugte Mueller ein überwiegend erdiges Farbspektrum und „arme“ Materialien wie groben Rupfen als Trägerstoff für Leimfarben.

Bis heute steht Mueller noch immer ein wenig im Schatten der Kollegen Ernst Ludwig Kirchner oder Hermann Max Pechstein; doch inzwischen holt der eigenwillige unspektakuläre, beinahe monothematisch um das Thema „Frauenakte“ kreisende Künstler auf dem Kunstmarkt auf. Schon bevor unlängst die umfassende und schlüssig argumentierende Mueller-Werkschau im Duisburger Lehmbruck-Museum gezeigt wurde, mehrten sich die Zeichen, dass Otto Mueller gerade dabei ist, in die erste Reihe der Expressionisten aufzurücken. Erinnert sei an Top-Zuschläge jenseits der Millionengrenze, etwa für „Zwei Mädchen“ 2012 bei Villa Grisebach in Berlin für 1,18 Millionen Euro.

Zwei am Ufer unter Bäumen

Nun bietet die Düsseldorfer Galerie Weick 17 exquisite Papierarbeiten an, von denen allein 16 aus jener Privatsammlung stammen, die im Lehmbruck-Museum ausgestellt waren. Werner Weicks Galerie-Ausstellung bietet unter anderem ein Wiedersehen mit der außergewöhnlich komponierten „Sitzenden in durchsichtigem Hemdchen“ (110.000 Euro) und der Lithographie „Stehendes Liebespaar (klein)“ (110.000 Euro), das einzige kolorierte Exemplar. Darüber hinaus fallen ein besonders expressives, streng stilisiertes „Paar am Tisch“, ein Selbstbildnis mit seiner Ehefrau Maschka für 38.000 Euro und eine „Zigeunermadonna“ für 58.000 Euro ins Auge. Spitzenstück des Angebots ist die farbige, auf bräunlichem Velin gezeichnete Kreide-Arbeit „Zwei am Ufer der Moritzburger Seen unter Bäumen Sitzende“ (1910-1912), die 135.000 Euro kosten soll.

"Otto Mueller. Siebzehn Arbeiten auf Papier", bis 16. November 2013, Katalog auf Anfrage, Tel. 0211/8681186,

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