Paris Beaux-Arts
Zu Ostern auf die Antiquitätenmesse

Die neue Verkaufsplattform „Paris Beaux-Arts“ ist vor allem ein Forum für die weniger bekannten Verbandsmitglieder des französischen Kunsthandels. Die Teilnehmerzahl bleibt jedoch aufgrund des gedrängten vorösterlichen Messekalenders überschaubar.
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ParisManche Antiquitätenhändler absolvieren in Paris derzeit ein Messemarathon. Es begann mit der auf Kunst und Design orientierten „Pad Paris“ (24. bis 26. März 2015 und den beiden Zeichnungsmessen „Drawing Now“ und „Salon du Dessin“ vom 25. bis zum 29. bzw. 30. März 2015, setzte sich fort mit der „Art Paris Art Fair“ (26. bis 29. März) für Nachkriegskunst und Zeitgenössisches und endet nun mit der neu lancierten Antiquitätenmesse „Paris Beaux-Arts“ (1. bis 5. April) in den unterirdischen Sälen des Carrousel du Louvre.

Doch der dicht gedrängte Messekalender, diverse interne Streitigkeiten im französischen Antiquitätenhändler-Verband und nicht zuletzt die Karwoche führten dazu, dass sich nur 52 Händler für eine Teilnahme aufraffen konnten. Dabei hatte man den Preis für die bewusst klein konzipierten Kojen niedrig gehalten. Zu den Ausnahmen gehören Doppelstände wie Steinitz und Bailly.

Da normalerweise im Carrousel du Louvre rund 100 Galeristen ausstellen, flankieren die ca. 25 Quadratmeter großen Stände großzügig gestaltete Gänge und Ruhezonen mit gemütlichen Sitzmöbeln und Pflanzen. Das verleiht der Messe ein gemütliches Kaffeehaus-Flair, in dem sich die (oft betagten) Vernissagebesucher mit ihren Champagnergläsern gerne niederlassen.

Internationale Aussteller in der Minderzahl

Sehr wenige Aussteller kommen aus dem Ausland, da der Antiquitätenhändler-Verband seinen französischen Mitgliedern ein Forum bieten möchte. Das ist den weniger bekannten Händlern gegenüber sehr nett, aber als Messekonzept nicht ausreichend; von einem zeitgemäßen internationalen Anspruch ganz zu schweigen. Die Mühe lohnte sich jedoch für einige wenige, die gleich zur Vernissage Verkäufe melden konnten.

Diese Umstände erklären, warum viel erschwingliche Ware zu sehen ist. Zu den Ausnahmen gehört Steinitz, der auf seinem mit Spiegeln verkleideten Stand Möbel und Objekte aus dem 19. Jahrhundert im Stil des Japonismus und der Neo-Renaissance anbietet. Ein Schwerpunkt liegt auf den Arbeiten der Kunstschreiner Edouard Lièvre und Gabriel Viardot. Augenfänger ist eine formschöne Karaffe aus Bergkristall, die 1869 in der Werkstatt Froment Meurice entstand und zeigt, wie geschickt man hier mit Glas, Bronze-, Gold- und Email-Applikationen umzugehen verstand.

Chance für unbekannte Händler

Die kunstvollen Bronzelüster, die von der Galerie des Lumières in einem schwarz dekorierten Stand optimal präsentiert werden, stammen ebenfalls aus dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts. Einer der Partner, die die Galerie betreiben, führte ursprünglich in der Provinz eine Restaurierungswerkstatt und sammelte nebenbei. Erst Ende 2013 wurde die Galerie in Paris eröffnet, und zwar in den riesigen früheren Pariser Büroräumen des Transportunternehmers und Freihafen-Betreibers Yves Bouvier. Sie befinden sich ganz in der Nähe des Elysée-Palastes. Die neue Messe ist eine gute Gelegenheit für diese und andere noch weniger bekannte Galeristen, auf ihr Angebot aufmerksam zu machen. So bietet die Galerie des Lumières etwa katalogisierte Ausstellungen zu Leuchtkörpern vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

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Schildkröte von Lalanne

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