Pflanzen
Gartenblumen zum Anschauen und Essen

Jetzt ist die beste Zeit, um die Bodenhaftung wiederzufinden – mit Schaufel und Rechen im Garten. Oft ist der Wille da, die Vorsätze groß, nur das Loslegen fällt manchmal schwer. Für die Motivation sorgen ein neues, hübsches Gartenset – und eine Vision.

Soll der Balkon nach Kräutern der Provence duften, schlicht-edel wirken, oder pflanzt man doch wieder nur Stiefmütterchen? „Das Zusammenmischen von Pflanzen und Blumen kommt dem Kochen eines Gerichts sehr ähnlich. Es braucht ein Rezept, einen Plan, und zwar bevor es an das Samen-Kaufen geht“, sagt Viktoria von dem Bussche. Die Autorin verrät in ihrem Buch „Meine Gartenrezepte“ ihre unkonventionellen Methoden, Tricks in Sachen Samenaufzucht und interessante Pflanzenkombination. Die Freifrau muss es wissen, schließlich veranstaltet sie dieses Jahr zum zehnten Mal auf Schloss Ippenburg ein Gartenfestival. Sie liebt es romantisch, mag wehende Gräser, Mohn und Lupinen.

Der englische Starkoch Jamie Oliver dagegen bevorzugt es praktisch und hat seinen Balkon in London mit ganzen Töpfen voller Rosmarin, Basilikum und Oregano bepflanzt. Für seine Frau Jools hat er diese Saison Ananassalbei mit kaminroten Blättern eingetopft und für seine beiden Töchter Poppy Honey und Daisy Boo eine spezielle Minzsorte, die nach Schokolade duftet. Warum er nur Kräuter auf dem Balkon hat? „Weil sie nicht nur hübsch aussehen, sondern, weil man sie auch aufessen kann. Diese Saison gibt es bei mir zum ersten Mal essbare Blüten wie Kapuzinerkresse oder Ringelblume“, sagt Jamie Oliver. Diese Briten, wenn es um ihre Gärten geht, mögen sie es praktisch, bevorzugen den fließenden Übergang zur Natur und verzichten gern mal auf dekorative Blumenbeete. Dafür zelebrieren sie ihr Hobby mit Stil und tragen dabei mit Vorliebe Gummistiefel. Queen Elisabeth trägt die englische Traditionsmarke „Barbour“ besonders gern beim Ausführen ihrer Corgis. Mit nagelneuen „Wellis“ (englische Abkürzung für Wellingtons) kann man allerdings niemanden beeindrucken, ein bisschen Matsch sollte dran kleben.

Das Befriedigende an der Gärtnerei ist, dass die Resultate sofort sichtbar sind. Die Hände haben im Dreck gewühlt, man hat etwas geschafft und blickt stolz auf das Ergebnis. Selbst dann, wenn die Setzlinge noch klein sind. Abwarten, Tee trinken und derweil die Hände pflegen. Wer auch hier einen „grünen“ Daumen beweisen will, benutzt die Cremes von Aesop. Die Australier benutzen ausschließlich Kräuter- und Gemüseextrakte.

Wer nun partout keinen Erdbezug hat – oder keinen eigenen Garten, ja nicht mal einen Balkon –, Pflanzen aber dennoch zugeneigt ist, der sollte zumindest ab dem 27. April zur Bundesgartenschau, die in diesem Jahr zum ersten Mal in Thüringen stattfindet und zeitgleich in zwei Städten. In Ronneburg wurden am Rand eines ehemaligen Uranbergbaugebiets blühende Landschaften realisiert. Und in Gera grünt es mitten in der Stadt. Wer selbst da keine Lust auf mehr Bodennähe bekommt, ist ein hoffnungsloser Fall.

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