Phillips de Pury
Rückzug nach zwölf Jahren

Die Ära des Auktionshauses Phillips de Pury ist beendet. Simon und Michaela de Pury ziehen sich aus der Firma zurück, die jetzt wieder unter Phillips firmiert. Ihre noch verbliebenen Anteile verkaufte das Paar an den russischen Mehrheitseigner Mercury Group.
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New YorkKurz vor dem Weihnachtswochenende kündigten Simon de Pury und seine Frau Dr. Michaela de Pury, Chairman und Seniordirektorin im Auktionshaus Phillips de Pury & Company, ihren Rückzug aus der Firma an. Beide wollen sich neuen Aufgaben widmen. Das Auktionshaus firmiert jetzt wieder unter Phillips.

Die Bekanntmachung erwischte die Kunstwelt kalt. Zwölf Jahre lang repräsentierte der 61-jährige Schweizer de Pury die wendige Boutiquefirma auch als charismatischer und energetischer Hauptauktionator. Mit oft innovativen Ideen, wie Themenauktionen oder einer vom prominenten Kunstberater Philippe Ségalot im Herbst 2010 zusammengestellten erfolgreichen Versteigerung, forderte das kleine Haus das übermächtige Duo Sotheby’s und Christie’s vor allem im Bereich zeitgenössischer Kunst heraus.

Knappe Finanzdecke

Trotz steter Unterkapitalisierung konnte die Firma auf entschiedene Unterstützung einiger Händler und Sammler zählen. Die knappe Finanzdecke streckte sich endlich im Oktober 2008, als de Pury einen Mehrheitsanteil an die russische Mercury Group verkaufte. Das ermöglichte zwei Jahre später die wichtige Expansion in repräsentative Räume an der New Yorker Park Avenue.

Mit seinem Ausscheiden besiegelte de Pury den Verkauf seiner restlichen Anteile an die Russen. Phillips ist in New York und auch London weiterhin auf Expansionskurs: bereits im Oktober kaufte Mercury Group am Londoner Berkeley Square ein Bürogebäude zu 100 Millionen Pfund und vermietete die unteren Geschosse an Phillips.

 

Annika Reinert
Barbara Kutscher
Handelsblatt New York / U.S. Correspondent Arts and Art Market

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