Pierre Brice im Interview
„Ich habe Winnetou viel zu verdanken“

Pierre Brice hat Winnetou ein Gesicht gegeben. Im Interview verrät er, was er von dem Indianerhäuptling hält und wie dieser sein Leben verändert hat.
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ParisPierre Brice und Winnetou: Selten wurde ein Schauspieler mit einer Rolle so sehr identifiziert wie der Franzose. Der 83-Jährige hat zwischen 1962 und 1968 in elf Karl-May-Filmen den Apachenhäuptling gespielt. Dann tauschte er die Leinwand gegen die Bühne ein und ließ die indianische Heldenfigur auf Karl-May-Festspielen wie in Bad Segeberg und Elspe weiterleben. Der Franzose verdankt dem Lieblingsindianer der Deutschen seine Karriere, auch wenn er die Winnetou-Filme stets als etwas naiv empfand, wie er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa gestand.

Die Rolle hat Sie ein Leben lang begleitet. Eigentlich kann man sich als Schauspieler nichts Schöneres wünschen. Gleichzeitig kamen Sie von diesem Indianerimage nie mehr los. Haben Sie das bereut?

Pierre Brice: Es stimmt, jeder Schauspieler wünscht sich, Erfolg zu haben. Mit Winnetou habe ich einen enormen Erfolg gehabt, mein Publikum ist treu und immer noch da. Sogar schon in der dritten Generation. Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite habe ich vor Winnetou viele andere Rollen gespielt, auch Mörder. Meine Karriere kam in Italien gerade ins Rollen und plötzlich hat sich durch Winnetou mein Leben komplett geändert. Ich bin sicher, dass ich meine Karriere weiter verfolgt hätte - wie sie verlaufen wäre, kann ich nicht sagen.

In Deutschland hat Sie Ihre Rolle zum Star gemacht, während in Frankreich die Winnetou-Filme nicht auf dieselbe Begeisterung gestoßen sind. Haben Sie das als Franzose sehr bedauert?

In Frankreich war und ist Karl May nicht bekannt. Dort gab es andere Helden, „Die drei Musketiere“ zum Beispiel von Alexandre Dumas. Das ist der eine Grund.

Und der andere?

Ein zweiter ist vielleicht der, dass sich die Deutschen nach dem Krieg sehr nach ein bisschen Romantik und Werten, für die Winnetou und die Karl-May-Filme stehen, gesehnt haben: Friede, Freiheit, Menschenwürde. Die Winnetou-Filme waren ja schon ein bisschen naiv, aber die Deutschen waren offen dafür. Übrigens genauso wie Länder weiter im Osten, die damalige Tschechoslowakei beispielsweise. Dort waren und sind die Filme enorm erfolgreich, ich bekomme sehr viel Post aus Tschechien und der Slowakei.

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