Pink Floyd
Geld scheffeln mit alter Musik

Pink Floyd veröffentlichen ein Album, auf dem sie zwanzig Jahre altes Material neu verwenden. Die ehemaligen Untergrund-Rocker leben seit Jahren von ihrem musikalischen Erbe – und gaben allein einen Song 18 Mal heraus.
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Düsseldorf„Pink Floyd sind am Ende“, sprach Roger Waters 1986 und ging mit einem Knall. Nach dem Weggang vom Vordenker und Bassist der Kultband Pink Floyd gab Mitte der 80er Jahre kaum noch jemand einen Pfund Sterling auf die Zukunft der Gruppe, die als eine der besten und erfolgreichsten Bands in die Geschichte eingehen wird.

Doch Waters irrte sich gewaltig: Erstens veröffentlichten die ehemaligen Weggefährten nach seinem Abschied zwei weitere Alben und veranstalten die bis dato ertragreichste Rocktournee überhaupt. Zweitens war Waters selbst mit Einnahmen von 88 Millionen Dollar laut Forbes 2012 der zweitmeistverdienende Musiker der Welt – und das vor allem dank des Pink-Floyd-Albums „The Wall“. Und drittens kommt am 7. November 2014 das neue Album der Gruppe, „The Endless River“ heraus – und dessen Verkaufszahlen werden auch nicht gerade wie die einer toten Band aussehen.

Und dennoch wird seit Jahren das hinlänglich bekannte Material wie ein musikalisches Erbe, wie der Nachlass eines Verstorbenen, behandelt und in unregelmäßigen Abständen neu aufgelegt. Die Fan-Gemeinde wird immer wieder neu dazu animiert, die gleiche Musik zu kaufen. Und das funktioniert – schließlich würden die Musikmanager ohne die Nachfrage nach Best-Of-Alben, Deluxe-Boxen und Demo-Material diese Musikgüter wohl kaum anbieten.

Nicht zuletzt wegen der aggressiven (Wieder-)Verkaufsstrategie stehen Pink Floyd mit geschätzten 250 Millionen Tonträgern bei Rankings der meistverkauften Musikstücke unter den Top 10 der erfolgreichsten Bands aller Zeiten.

In den 1970ern, zu Zeiten von Vinyl und mechanischen Nadeln, waren Musikalben ein natürliches Verschleißprodukt. Irgendwann totgedudelt, musste der Fan seine Lieblingsplatte neu kaufen. Dieser Umstand, gepaart mit der internationalen Begeisterung über das 1973 veröffentlichte Album „The Dark Side of the Moon“, bescherte Pink Floyd einen Rekord für die Ewigkeit: Das Erfolgsalbum mit dem charakteristischen Prisma auf dem Cover blieb 741 Wochen am Stück, also fast 15 Jahre lang, unter den Top 200 der US-Billboard-Charts.

Kommentare zu " Pink Floyd: Geld scheffeln mit alter Musik"

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  • Pink Floyd sind nun einmal ein Top-Act - zuverlässig.
    Und wer fragt danach, dass das i-phone in seiner mittlerweile sechsten x Cover-Version auch nur noch sich selbst revivalt?

    "Money" mag zynisch sein.

    "Freedom", wie es uns die schöne neue Welt vormachen möchte, dürfte nicht minder zynisch sein.

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