Premierenfeier
Leise Momente gehen in der Elbphilharmonie unter die Haut

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„Futuristisches Schiff“

Architekt Jacques Herzog betont, dass „Elphi“ keine „Top-down“-Idee gewesen sei, sondern von Bürgern initiiert wurde. Die wichtigste Botschaft sei doch, dass nach den vielen Verzögerungen und Pannen, und nachdem die Baustelle lange als überflüssiges Millionengrab galt, der Prachtbau nun durchweg positiv wahrgenommen werde.

Schließlich lobt Generalintendant Christoph Lieben-Seutter das „kunstvoll Organische“ des Saals, der wie ein „futuristisches Schiff“ vor Anker liegt, bevor Hengelbrock das Publikum mit dem lebhaft musizierten letzten Satz von Brahms’ Zweiter in die erste Pause entlässt.

Das folgende Konzert in zwei Teilen ist übertitelt mit einem Zitat aus Richard Wagners „Parsifal“: „Zum Raum wird hier die Zeit“. Das klingt nicht nur ziemlich selbstbewusst und hoch gegriffen, es ist tatsächlich ein dramaturgischer Parforce-Ritt durch 400 Jahre europäische Musikgeschichte mit einem Schwergewicht auf durchaus strapaziösen Neutönern.

Den Anfang macht Benjamin Brittens Oboen-Solo „Pan“ – Solo-Oboist Kalev Kuljus steht auf einem der mittleren Ränge. Dann geht es ohne Pausen nahtlos inszeniert weiter mit Werken des Zeitgenossen Henri Dutilleux, dem frühbarocken Emilio de Cavalieri und immer weiter in Sprüngen zwischen Moderne und Frühbarock bis hin zu Olivier Messiaen.

Im zweiten Teil folgt Wagners „Parsifal“-Vorspiel, in dem einige bedenkliche Wackler bei den Bläsern irritieren. Es folgt die Uraufführung eines Auftragswerks von Wolfgang Rihm und endlich Beethovens „Ode an die Freude“, der letzte Satz der Neunten, der Hengelbrock, den emphatisch singenden Solisten und dem groß besetzten Chor famos gelingt.

Im Saal, dessen 2100 Plätze lückenlos besetzt sind, lauschen die geladenen Gäste und 1000 per Los bestimmte Bürger überwiegend gespannt. Die Stimmung ist festlich, die Promidichte erheblich, am Schluss ist der Jubel übergroß und der anschließende Empfang will auch lange nach Mitternacht nicht enden.

Kommentare zu " Premierenfeier: Leise Momente gehen in der Elbphilharmonie unter die Haut"

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  • Herr Mark Hoffmann11.01.2017, 15:09 Uhr
    Es langt schon, wenn wir mit der Grün-Sozialistischen Merkel wieder in einen grün-linken"Nazi-Deutschland" wieder angekommen sind.

    Herr Peter Spiegel11.01.2017, 16:13 Uhr
    Obama hat in Nazi-Deutschland Asyl beantragt. Kim Jong-un hat es genehmigt.

    Herr Peter Spiegel11.01.2017, 16:34 Uhr
    Nazi-Krankenkasse plant Lager für adipöse Menschen in Nord-Korea.

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