Quittenbaum
Faible für Kunstwerke mit Funktion

Mit 40 Jahren gehört Askan Quittenbaum zu den jungen Versteigerern, die das Image ihres Berufs entstaubt haben. Zwischen Designer-Möbeln und Stücken aus Murano-Glas träumt er jedoch von einer ganz bestimmten Auktion.
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MünchenUnprätentiös und einfach mittendrin in der Kunst und im Leben: Das Gespräch mit Askan Quittenbaum findet nicht in einem repräsentativen Konferenzraum statt, sondern im Untergeschoss eines Hauses in der Theresienstraße. Und zwar zwischen skandinavischen Designermöbeln und einer bunten Ansammlung von Stühlen, die in der Auktion am 31. Mai unter den Hammer kommen.

Junge Wilde gibt es in der Malerei, an den Kochtöpfen und am Auktionspult. Quittenbaum kann mit gerade 40 Jahren auf mehr als 13 Jahre Karriere als Auktionator zurückblicken. Er gehört zur Riege der jungen Versteigerer, die in Deutschland das Auktionswesen vom staubbesetzten Image befreit haben.

Quittenbaum ist Inhaber und Geschäftsführer von einem der weltweit führenden Auktionshäuser für Angewandte Kunst von 1880 bis heute. Die Leidenschaft für Kunst wird ihm quasi mit in die Wiege gelegt. Seine Mutter, Ellen handelt mit Antiquitäten und ist passionierte Expertin für afrikanische Kunst. Sein Vater ist Ingenieur bei Porsche, eigentlich der Traumberuf aller Jungs, doch Askan Quittenbaums Herz schlägt früh für die Kunst. Er macht zunächst eine Ausbildung als Edelsteinprüfer in Idar-Oberstein.

Den Einstieg in den Kunsthandel findet er erst in New York. 1990 erwirbt Quittenbaum dort einen Aschenbecher aus Murano-Glas, fängt an, "auf einer emotionalen, aber kenntnisarmen Ebene zu kaufen". Quittenbaum betont, dass er in dieser Zeit am meisten beim Kaufen gelernt habe. Das Lehrgeld, das er bei Fehlkäufen zahlt, tut weh, aber wie auch bei den guten Käufen lernt er eine Menge dazu.

In Hamburg, wo Quittenbaum aufwächst, schnuppert er während eines Praktikums im Auktionshaus Hauswedell & Nolte zum ersten Mail "Auktionsluft". 1992 legt er für die Kunst ein angefangenes Meteorologie-Studium ad acta und eröffnet mit seiner Mutter ein Antiquitätengeschäft in Hamburg, das sich als feste Adresse besonders für Glasobjekte der venezianischen Insel Murano, für Jugendstil, Art déco und Design entwickeln sollte.

Als das Münchener Kunstauktionshaus Ketterer 1997 die Jugendstilabteilung schließt, springen Askan Quittenbaum und seine Mutter in die Bresche. Im Mai 1998 eröffnen sie kurzentschlossen in München ihr eigenes Auktionshaus. Eine glückliche Fügung. Anfangs veranstalten sie auch in Hamburg Auktionen, schließen jedoch drei Jahre später mit der Ära Hamburg ab, um sich auf den Standort München zu konzentrieren.

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