Reisen zu Filmschauplätzen sind populär
Kulissen kieken

Nie zuvor weckte ein Film mehr Reiselust als „Der Herr der Ringe“. Neuseeland läuft den Schauplätzen Montmartre und Glottertal den Rang ab.

Am Montag war es vorbei mit der Ruhe im sonst eher beschaulichen Wellington: 125 000 Filmfans stürmten die Hauptstadt Neuseelands. Sie feierten mit einer Parade die Weltpremiere des dritten Teils der Filmtrilogie „Herr der Ringe“. Nur 300 Meter über ihren Köpfen kreiste ein komplett mit Filmmotiven bepinselter Jumbojet der staatlichen Fluggesellschaft, die sich schon seit einiger Zeit unbescheiden „Airline der Mittelerde“ nennt. Auf dem Rathausdach schwingt ein zehn Meter großer Höhlentroll seine Keule: ein Land im Ringe-Fieber.

Allein den Rahmen der opulenten Premierenfeier ließ sich das Tourismusministerium des Landes 3 Mill. Euro kosten. Die Investitionen werden sich auszahlen für das dünn besiedelte Land am anderen Ende der Erde. Denn Reisen zu Filmschauplätzen sind populär.

Nirgendwo wird das klarer als in Neuseeland, wo das Filmteam um Regisseur Peter Jackson zwischen 1999 und 2001 alle drei Teile der Verfilmung von „Der Herr der Ringe“ am Stück abdrehte. Wer die perfekt auf Zelluloid inszenierten Landschaften im Kinosaal sieht, bekommt direkt Lust, Drehorte auf eigene Faust zu erkunden. „Die Imagewerbung für das Land ist perfekt platziert“, sagt Norbert Pokorny, Chef des Münchener Spezialreiseveranstalters Art of Travel.

Zwei Jahre reiste Regisseur Peter Jackson kreuz und quer durch Neuseeland und fand die 350 Drehorte der Trilogie. Die von schroffen Felsen, Wasserfällen und Vulkanen geprägten Orte könnten faszinierender nicht sein. „In Neuseeland existieren Landschaften wie aus einem Traum. Ich kam mir während der Drehmonate vor, als lebte ich wirklich in Mittelerde“, sagt Elijah Wood, der im Film Hobbit Frodo spielt. Seine Heimat „Hobbingen“ gibt es wirklich: Es ist das Dorf Matamata südöstlich von Auckland.

Die Neugier auf den Drehort hat Vorbilder: Die schottischen Highlands erlebten einen Besucherboom, nachdem „Braveheart“ und „Highlander“ in die Kinos gekommen waren. Auch das Eiland Phi Phi Le, Schauplatz von „The Beach“ mit Leonardo di Caprio, gehört seit Drehbeginn, 1997, zu den beliebtesten Touristenattraktionen Thailands.

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