Salon du Dessin
Öffnung für die Gegenwart

Weil im Altmeister-Segment das Angebot nachlässt dehnt der 1991 von Pariser Händlern gegründete und organisierte Salon du Dessin sein Angebotsspektrum bis in die Gegenwart aus. Auf der Spezialmesse für Zeichnungen, treffen nun alte und moderne Meister auf junge Talente.

PARIS. Der 18. Pariser Salon du Dessin steht unter einem neuen Stern. Die Messe für Handzeichnungen vereint bis zum 30. März in der Börse 36 Aussteller, davon 16 Ausländer. Wegen der konstanten Marktverknappung im Altmeister-Segment dehnt der 1991 von Pariser Händlern gegründete und organisierte Salon du Dessin das Angebotsspektrum bis in die Gegenwart aus. Den drei eingeladenen Pariser Galerien für Zeitgenössisches (Thaddäus Ropac, Daniel Templon, New Galerie de France) bietet die weltbeste, bisher traditionsbewusste Fachmesse ein neues Forum. Hier werden ihre hippen Sammler mit der Kunstgeschichte konfrontiert. Falls die Melange nicht sofort reüssiert, langfristig könnte sie sich als schlüssig erweisen.

Wie computergeneriert erscheinen die großflächigen Zeichnungen von Andy Warhol (bei Ropac, ca. 40 000 bis 75 000 Euro) und Valerio Adami (bei Templon, 10 000 Euro). Ropacs Handzeichnungsspezialistin Victoire de Pourtalès hat auch schon die Gewinnerin des Guerlainpreises für Zeichnungen dabei: Sandra Vasquez de la Horra zu Preisen bis 4 000 Euro.

Das Vernissagepublikum war wie immer recht international, etliche Sammler tätigten sofort die ersten Verkäufe. „Paris war immer eine hervorragende Messe und bleibt es auch“, meint ein Mitarbeiter von W.M. Brady, New York, der Blätter von François Boucher, Charles François Hutin, Jean François Millet und ein großes Pastell von Georges-Daniel de Monfreid verkaufte. Brady hat auch eines der kleinen Blätter von Claude Gillot mit vier Commedia-dell’Arte-Darstellern, das 45 000 Euro kostet. Colnaghi-Bellinger, London/München, bietet nun schon zum dritten Mal seit 2007 ein anderes Schauspieler-Blatt von Gillot an, diesmal für 52 000 Euro und damit um 6 000 Euro weniger als im Vorjahr.

Qualitätsvolle Blätter aus dem 16. Jahrhundert findet man bei Agnew’s, London, wo eine braune Tusche-Federzeichnung von Paul Bril, „Der Monat Januar“, das Auge erfreut. Aaron verfügt über eine Bleistift-Studie des „Apollo“, die Simon Vouet für das Hôtel Séguier anfertigte und für die man etwa 120 000 Euro einsetzen muss.

Skizzen von Giovanni Battista Tiepolo sind bei de Bayser, Paris, zu haben sowie bei Aaron und Colnaghi-Bellinger für Preise zwischen 95 000 und 150 000 Euro. Von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein hat Arnoldi-Livie, München, das Aquarell-Porträt der Christiane Vulpius, Goethes Frau, für 18 000 Euro. Bei Martin Moeller, Hamburg, findet man den „Blick über den Lauerzersee“, ein reizendes Aquarell von Jakob Mayer-Attenhofer (1830) für 8 500 Euro. De Bayser und Paul Prouté, Paris, warten auf mit Arbeiten von Jean-François Millet für 18 000 bzw. 56 000 Euro.

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