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Schönheits-OPs nicht als „kleinen Eingriff“ sehen

Schönheitsoperationen sollten nach Ansicht von Ethikexperten nie als „kleiner Eingriff“ gesehen werden. Das sagte der Dozent für Medizinethik und Mitglied der Ethikkommission an der medizinischen Fakultät der Universität Halle, Jürgen Helm.

dpa HALLE. Schönheitsoperationen sollten nach Ansicht von Ethikexperten nie als „kleiner Eingriff“ gesehen werden. Das sagte der Dozent für Medizinethik und Mitglied der Ethikkommission an der medizinischen Fakultät der Universität Halle, Jürgen Helm.

„Das darf man nicht bagatellisieren, selbst jede Routineoperation birgt ein gewisses Risiko.“ Vor dem Amtsgericht in Halle muss sich ein Chirurg wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Er soll einem Patienten Fett abgesaugt haben, ohne ihn genügend über das Risiko aufzuklären. Der Mann erlitt bei der Operation einen Herzstillstand und starb.

Ärzte müssten Patienten die Gefahren genau deutlich machen, damit diese Nutzen und Risiko abwägen können. „Dann kann jeder selbst entscheiden, wie viel ihm ein schöner glatter Hintern wert ist“, sagte Helm. Außerdem sei es die Pflicht der Mediziner, das Risiko bei einer Operation möglichst gering zu halten. Dazu gehörten sterile Bedingungen und geschultes Personal. „Auch für Komplikationen wie etwa einen plötzlichen Herzstillstand müsse der Arzt gewappnet sein.“

Nach den Worten des Ethikspezialisten geht es nicht darum, Schönheitsoperation als überflüssig zu verurteilen. Der psychische Druck in einer auf Schönheit getrimmten Gesellschaft sei enorm, der medizinische Fortschritt mache zudem eine Vielzahl von Eingriffen möglich. „Für eine Frau, die etwa unter sehr großen Brüsten leidet, kann eine Operation durchaus sinnvoll sein“, sagte Helm. „Es ist aber wichtig, dass sie die Gefahren mit Hilfe des Arztes einschätzen kann, denn nur so kann sie für sich die richtige Entscheidung treffen.“

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