Schwache Quoten
Gottschalk witzelt über seine Absetzung

Am Donnerstag kam Thomas Gottschalk auf die schwächste Quote der Woche. In ebenjener Sendung scherzte er aber launig gegen die Intendanten, die sich für seine Absetzung aussprechen. Dennoch: Der Druck bleibt.
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BerlinDie Kluft zwischen Thomas Gottschalk und der ARD wird zunehmend größer. Gestern Abend wendete sich der 61-Jährige gleich zu Beginn an sein Publikum und deutete in verklausulierten Worten an, in welchen Schwierigkeiten er mit seiner Sendung steckt. „Die Umbauwoche liegt fast hinter uns“, sagte Gottschalk, der seit Montag vor Studiopublikum sitzt. „Wir haben auch am Wochenende noch eine Menge zu tun. Also Heimfahr-Wochenende gibt es nicht. Am Montag aber sind die Handwerker draußen. Und wie das halt beim Bau so ist, gab es kurz vorm Richtfest heute noch einmal richtig Aufregung.“

Unter Anspielung auf die kontroverse Schaltkonferenz der ARD-Intendanten vom Montag fuhr er fort: Es gab „eine Eigentümerkonferenz, und da wollten ein paar das Ding gleich wieder einreißen und die Räumlichkeiten dann doch lieber an eine Behörde vermieten. Aber dann haben die Investoren ein Machtwort gesprochen und jetzt ist wieder Ruhe.“

Gottschalk gab vor, sich aus all dem herauszuhalten: „Ich hab mit all dem nichts zu tun. Ich bin nur der Hausmeister.“ Aber genau um den ging es zu Beginn der Woche, als in der Intendantenschalte über die Fortsetzung der Sendung offenbar heftig debattiert, wenn auch nicht abgestimmt wurde.

Nach Medienberichten soll die Mehrheit der Intendanten, von Gottschalk „Eigentümer“ genannt, nicht mehr vorbehaltlos hinter ihrem „Hausmeister“ stehen. Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung telefonierten Gottschalk und ARD-Programmdirektor Volker Herres am Donnerstagmorgen miteinander. Herres habe ihm versichert, es gehe weiter, „wenn sich bis Ende April die inhaltliche Qualität verbessert und es bei den Quoten wieder einen Aufwärtstrend gibt“.

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  • Könnte mir egal sein – würde ich diese GEZ Programme für Grenzdebile nicht bezahlen müssen.

  • Ich fand's ne Schnappsidee - und sie ist bezeichnend für den Zustand unserer TV-Medienwelt: Da setzt die ARD auf einen 61-jährigen Berufsjugendlichen, der mit einem Format daher kommt, das er schon Anfang der 1980er Jahre im ZDF hatte - und glaubt, dass allein damit schon alle Probleme gelöst sind.

    Ehrlich gesagt: da hätte man auch einmal etwas Neues ausprobieren können.

  • "Künftig erhält der TV-Unterhalter von der ARD ein Grundgehalt von rund sechs Millionen Euro pro Jahr."(Meldung v. 19. Aug.)

    Für einen Hausmeister ist das kein schlechter Verdienst.

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