Schwerpunkt liegt in Osteuropa
Goethe-Institut expandiert

Das Goethe-Institut will sein Angebot ausweiten. So soll der Deutsch-Unterricht nicht nur in den weltweit 126 Goethe-Zentren, sondern auch auf dem Land und in kleineren Städten stattfinden, trotz der Sparvorgaben des Bundes.

HB BERLIN. In mehreren Ländern seien Lesesäle mit deutscher Literatur sowie Fortbildungen für Deutschlehrer geplant, kündigte die Präsidentin des Instituts, Jutta Limbach, am Mittwoch in Berlin an. Einen Schwerpunkt werde das Goethe-Institut angesichts der bevorstehenden EU-Osterweiterung auf Projekte in Mittel- und Osteuropäischen Ländern legen. Im Gegenzug soll weniger Geld in die Goethe-Zentren der westlichen Länder investiert werden. Aber auch im nordkoreanischen Pjöngjang und in Ulan Bator (Mongolei) sollen demnächst Lesesäle eröffnet werden. Bereits jetzt gebe es 56 solcher Buchzentren.

Das Interesse an deutscher Sprache und Kultur sei ungebrochen, sagte Limbach. Per Internet sollen nun verstärkt junge Leute gewonnen werden. Geplant seien virtuelle Ausstellungen und Deutschkurse im Netz. Als große Erfolg des vergangenen Jahres wertete Limbach die Wiedereröffnung des Goethe-Instituts in Kabul (Afghanistan) und die Schaffung eines Instituts in Shanghai (China). „Es gelingt auch in Zeiten knappen Geldes, unseren kulturpolitischen Auftrag für die Bundesrepublik Deutschland zu erfüllen“, sagte die Präsidentin. Das Goethe-Institut trage zur Völkerverständigung bei.

Bei einem Jahresbudget von 278 Millionen Euro erwirtschaftet das Goethe-Institut 72 Millionen Euro selbst, vor allem durch Sprachkurse und Prüfungen. Der finanzielle Spielraum werde künftig enger, sagte der Generalsekretär des Goethe-Instituts, Horst Harnischfeger. Der bisherige Zuschuss durch das Auswärtige Amt in Höhe von 166,4 Millionen Euro werde um 2,5 Prozent gekürzt. Einsparungen erhofft sich Harnischfeger durch den Umzug mehrerer Goethe-Zentren in kleinere Büros. Es sei jedoch nicht geplant, weitere Institute zu schließen. Seit 1994 mussten wegen der Sparvorgaben weltweit mehr als 30 Goethe-Zentren dicht gemacht werden.

Aufgabe des von der Bundesregierung geförderten Goethe-Instituts mit Zentren in 77 Ländern ist die Förderung der deutschen Sprache und der internationalen kulturellen Zusammenarbeit. Mehr als vier Millionen Menschen kamen im Jahr 2003 zu den Kulturveranstaltungen, 175 000 Menschen lernen an den Instituten Deutsch.

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