Sotheby's-Auktion
Malerei des Surrealismus steigt im Kurs

Delvaux statt Picasso: Sotheby's hat am Dienstagabend für rund 170 Millionen Euro Werke des Impressionismus und der Moderne versteigert. Der stattliche Erlös lag allerdings eher am unteren Ende der Erwartungen.
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DüsseldorfDie erste von vier Trend setzenden Kunstauktionen in New York ist gut gelaufen. Sotheby’s (www.sothebys.com) hat am 3. Mai für 44 verkaufte Werke des Impressionismus und der Moderne 170,5 Millionen Dollar (114,4, Millionen Euro) eingenommen. Den höchsten Zuschlag erzielte Pablo Picassos Gemälde zweier lesender Frauen mit 21,4 Millionen Dollar. Doch dieses gute Ergebnis bedarf der Relativierung: Nicht nur blieben in der abendlichen Galaauktion mit 15 Werken relativ viele Lose unverkauft. Die Gesamtschätzung hatte zwischen 159 und 230 Millionen Dollar gelegen. Die hochfliegende Erwartung für Picassos auf starke Vereinfachungen setzendes Gemälde einer Lektürestunde erfüllt sich nicht. Der Käufer, ein Privatsammler, der nicht genannt werden möchte, musste statt der geschätzten 25 bis 35 Millionen Dollar mit Kommission nur 21,4 Millionen Dollar investieren.

Nachhaltiges Bieten und einen beachtlichen Preissprung legte hingegen der belgische Surrealist Paul Delvaux hin. Seine zwei weiblichen Akte ruhen vor einer angedeuteten antiken Stadtkulisse. Daher auch der Name „Les Cariatides“, denn das zentrale Tempelgebälk stützen weibliche Säulenträgerinnen, die Karyatiden. Auf 3 bis 5 Millionen geschätzt, verteuerte sich das 1946 gemalte Querformat auf über 9 Millionen Dollar. Dahinter steckt ein wachsendes Interesse am Surrealismus. Schon im Februar 2011 konnte Sotheby’s in London für ein Künstlerbildnis von Salvador Dali erstaunlich hohe 21,7 Millionen Dollar einstreichen.

Fazit: Die Kunstkäufer bieten im Bereich der Impressionisten und der Moderne immer noch mit Bedacht und lassen sich nicht bedingungslos mitreißen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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