Sotheby’s Bilanz
Fast ein Rekordjahr

2011 setzte Sotheby’s starke 5,8 Milliarden Dollar um. Doch die Betriebsgewinne gingen im vierten Quartal zurück. Einlieferer feilschen um die Kommission und spielen ihre Macht im boomenden Kunstmarkt aus.
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LondonSotheby’s erzielte 2011 den zweithöchsten Umsatz seiner Geschichte mit Auktionen, Privatverkäufen und seinen Handelsaktivitäten. Mit Kunstverkäufen von insgesamt 5,8 Milliarden Dollar überflügelte das amerikanische Unternehmen zum ersten Mal seit 2008 wieder seinen englischen Konkurrenten Christie’s – die im Januar 5,7 Milliarden Dollar gemeldet hatten.

Trotzdem stürzte die Sotheby’s Aktie in New York ab: Die Betriebsgewinne gingen gegenüber dem Vorjahr zurück. Boomzeiten haben für die Auktionshäuser ihre Schattenseiten. In einem „Verkäufer- Markt“ diktieren die Kunstbesitzer das Geschehen, sind schwerer zum Einliefern ihrer Kunst in die Auktionen zu bewegen und können härter um die Bedingungen feilschen und Rabatte bei der Kommission aushandeln.

Weniger Einlieferer-Kommission

So war Sotheby’s Contemporary Auktion in New York mit einer 271 Millionen Dollar Einnahme zwar die insgesamt beste Auktion seit dem Markteinbruch von 2008 – trotzdem gingen Sotheby’s Nettoeinnahmen im vierten Quartal 2011 von 97,2 Millionen Dollar im Vorjahr auf nun 71,5 Millionen Dollar zurück.: Schuld sei „ein signifikanter Rückgang der Auktionskommissionen“, so CEO Bill Ruprecht. Auch verzeichnete man im Herbst einen Rückgang der Nettoverkäufe von 5 Prozent. Aufs Jahr gesehen steht das Auktionshaus aber bestens da: Es konnte seinen Betriebsgewinn um 7 Prozent auf 171,4 Millionen Dollar steigern – „fast“ das beste finanzielle Ergebnis der Sotheby’s Geschichte.

Mehr Privatverkäufe

Signifikant ist die Zunahme der Privatverkäufe bei Christie’s und Sotheby’s – das Geschäft, das die Auktionshäuser hinter den Kulissen im verschwiegenen Art Brokering machen. Sotheby’s ist hier nun der Marktführer und hat Kunst für 815 Millionen Dollar platziert (Christie’s 809 Millionen Dollar). Der Anteil liegt bei beiden Auktionshäusern um 14 Prozent und damit deutlich über dem Anteil, den das Privatgeschäft 2007, im Rekordjahr des Kunstmarkts hatte.

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