Thomas Gottschalk
Die ARD will den Quotenlibero zurück

Die ARD will den Entertainer Thomas Gottschalk wieder zurückholen. Nach der gescheiterten Vorabendsendung soll er nun eine eigene Samstagabendshow bekommen. Ein einfallsloser Schritt einer verstaubten Sendeanstalt.
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DüsseldorfDas Kapitel Thomas Gottschalk ist für die ARD trotz des gescheiterten Vorabendexperiments zwischen Januar und Juni 2012 offenbar noch nicht beendet: Die ARD-Vorsitzende und WDR-Intendantin Monika Piel sagte in einem Interview mit dem Magazin „Stern“ (Donnerstag), dass man mit der „Wetten, dass..?“-Legende über „konkrete Pläne“ für eine Samstagabendshow rede. 2013 könnte es soweit sein. Denn am 15. Dezember endet die aktuelle „Supertalent“-Staffel und ob Gottschalk weitermacht, ist höchst fraglich.

Gleichzeitig räumte Piel im Interview ein, dass Gottschalks abgesetzte Vorabendsendung selbst dann nicht beim Publikum angekommen wäre, „wenn sie perfekt produziert worden wäre“.

Das klingt auch nach einem persönlichen Schuldeingeständnis der ARD, denn bereits vor dem Start der Sendung hatte es Kritik an der Platzierung von Gottschalk in der quotentechnischen „Todeszone“ gegeben. Der 62-Jährige ist ein Entertainer, der viel Platz, Zeit und die Prime Time braucht, um ein Millionenpublikum vor den Fernseher zu locken. Das hätten die ARD-Verantwortlichen auch vorher wissen können.

Selbst als gefühlter Fremdkörper schafft es Gottschalk im Verbund mit Michelle Hunziker und Dieter Bohlen mit der RTL-Castingshow „Supertalent“, den ProSieben-Konkurrenten Stefan Raab bei den Quoten auszustechen, wie am vergangenen Samstag wieder geschehen. 4,89 Millionen Zuschauer, 15,6 Prozent Marktanteil.

Die Bemühungen der ARD um Gottschalk sind somit zwar verständlich, aber zugleich auch wenig kreativ und bezeichnend für einen öffentlich-rechtlichen Sender mit einem Zuschauer-Altersschnitt von 61 Jahren. Während das ZDF auf Moderatorennachwuchs wie Joko und Klaas, Roche und Böhmermann oder Markus Lanz setzt, wirkt das Werben der ARD um Gottschalk ähnlich hilflos wie ein gealterter Trainer, der einer jungen Fußball-Mannschaft sein angestaubtes System aufzwingen will. Selbst Otto Rehhagel hat inzwischen begriffen, dass die Zeit der Liberos vorbei ist.

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  • @Tobi
    Das Problem ist, dass bei den öffentlich-rechtlichen Sendern Leute bezahlen müssen, die den Kram gar nicht sehen wollen (=Zwangsabgabe). Ich habe z.B. keine Lust für eine linke Propagandasendung wie Frontal 21 oder auch Neues aus der Anstalt" zu zahlen. Muss ich aber.

  • Eine Verschwendung unserer Gebühren sondersgleichen. Die Initiative Tommy wieder einzustellen kommt von der millionenschweren ARD-Intendantin Monika Piel, die das Geld nur so zum Fenster rauswirft. Eine Sammelklage gegen die Gebührenverschwendung beim Bundesverfassungsgericht wäre die richtige Antwort.

  • wie schlimm muss es um die ARD stehen, wenn sie den verstaubten Rentner Gottschalk immer wieder als Joker holt.
    Wie es besser geht sieht man auf dem 2ten. Die Anstalt, die heute show usw. sind um Meilen besser und pfiffiger. Traurig, daSs mit dem erpressten GEZ Gebühren Gottschalks Rente noch aufgebessert werden (unversteuert in DE, er ist ja Ami;) gelle) . ÜBEL!!!

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