Umgang mit Raubkunst
Aus Hitlers Bunker gestohlen

PremiumAnders als Museen brauchen Privatpersonen gutgläubig erworbene Kunstwerke nicht zu restituieren, wenn sie später als Raubgut identifiziert werden. Das soll sich nach dem Willen des deutschen Gesetzgebers ändern.

MünchenKatrin Stoll, die Geschäftsführerin des Münchner Auktionshauses Neumeister, ist in der Branche als engagierte Verfechterin von Provenienzforschung und Befürwortung der viel zitierten fairen und gerechten Lösung in Sachen NS-Raubkunst bekannt. Aber im Moment zeigt ihr ein Fall im eigenen Haus, wie ungeklärte Eigentumsansprüche die Versteigerung eines frühbarocken Meisterwerks zu einem angemessenen Marktpreis unmöglich machen. Dabei gibt es nicht einmal Restitutionsansprüche für die auf 40.000 bis 60.000 Euro taxierte „Bergpredigt“ von Frans Francken dem Jüngeren, die seit einiger Zeit in ihrem Tresor lagert.

Das Gemälde von 1606 sorgte vor fast zehn Jahren für Aufsehen. Ein junger Mann präsentierte es...

 
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