Walden-Ausstellung
„Tollwütige Pinseleien“

Mit seiner Galerie „Der Sturm“ hat Herwarth Walden Künstler wie Kandinsky und die großen Futuristen groß gemacht. Das Von-der-Heydt-Museum in Wuppertal widmet dem Kunsthändler jetzt eine Ausstellung.
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WuppertalMenschen, die der Kunst entscheidende Anstöße geben, sind nicht immer die besten Geschäftsleute. Es sind Menschen, die sich leidenschaftlich und bedingungslos für Kunstrichtungen engagieren, die dem herrschenden Geschmack widersprechen. Menschen, die mit Enthusiasmus an der Vermittlung und Verbreitung des Neuen arbeiten.

Der Kunsthändler Alfred Flechtheim (1878-1937) war so einer (s. HB 13.4.), aber auch Herwarth Walden (1878-1941), der seine Laufbahn als Journalist begann und als Journalist in einem Vernichtungslager Stalins starb. Dazwischen lagen 16 Jahre Galeristendasein, dessen Früchte im Wuppertaler Von der Heydt-Museum sich nun erstmals in nie gesehenem Umfang dem kritischen Auge präsentieren.

„Tollwütige Pinseleien“ aus der „Gemäldegalerie eines Irrenhauses“ gingen nach Meinung von Zeitgenossen durch die Hände des charismatischen Herwarth Walden. Heute wissen wir, es gehörte zum Besten, das die 10er-Jahre des 20. Jahrhunderts hervorgebracht haben. Ohne sie verlören die bedeutendsten Museen der Welt an Glanz und Attraktivität; die Kunstgeschichte hätte einen anderen Verlauf genommen. Denn in Waldens Berliner Galerie „Der Sturm“ liefen die Fäden der europäischen Avantgardebewegungen zusammen.

Erstaunlich kurz ist die zeitgeschichtliche Spanne, in der Walden Bedeutendes bewegen konnte.

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