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Filmtipp: "Takeshi Kitanos Dolls"

Takeshi Kitano, das japanische Genie, hat einen Film gemacht, der ganz anders ist als seine vorhergehenden Filme: ein kleines Meisterwerk der Poesie, eingebettet in Landschaften, die so wunderschön sind, dass sie gemalt, von einem Künstler erfunden sein könnten.

Drei Geschichten sind kunstvoll ineinander verwoben. Die erste handelt von einem Jungen und einem Mädchen, denen die strengen japanischen Sitten das Glück der Liebe verwehrten, und die nun, durch ein rotes Seil aneinander gebunden, ruhelos durch das Land und durch die Zeiten wandern.

In der zweiten Geschichte erinnert sich ein alt gewordener Gangster, ein Yakuza-Boss, an seine Jugend und an ein Mädchen, mit dem er sich auf einer Bank im Park traf. In der dritten Geschichte geht es um einen ehemaligen Pop-Star, eine junge Frau, die sich nach einem Unfall, der ihr Gesicht und ihre Schönheit zerstörte, ans Meer und in die Einsamkeit zurückzog.

Die Melancholie und Traurigkeit, die der Film ausstrahlt, wird von einer wundersamen Schönheit überstrahlt: nicht nur der Landschaften, auch der Kostüme, der Gesichter, der Bewegungen. Takeshi Kitano hat seinen Film in die japanische Mythologie und Poesie eingebettet, in die Traditionen des Theaters, des Puppenspiels, der Malerei. Es ist ein ganz leichter Film, fast: ein Hauch von Film, hingezaubert mit ein paar Pinselstrichen. Soviel Leichtigkeit, soviel Eleganz, soviel Poesie hatte man von dem japanischen Meister "schwerer Filme" kaum erwartet. Takeshi Kitano überrascht jedes Mal aufs Neue.

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