Weißes Pulver in Briefen ist eine gute Werbung
Sex-Dotcom & Co.

Fakten statt Fiktion: Das Handelsblatt Weekend Journal sagt Ihnen, welche Krimis Sie diesen Winter lesen müssen.

Vor zu viel Wirklichkeit in der Literatur hat manch einer Angst. So war es mehr als ein schlechter Scherz, als der Brief mit dem weißen Pulver im Berliner Maas Verlag ankam. Milzbranderreger waren es zwar nicht, doch jemand wollte Schrecken verbreiten, um die Veröffentlichung des von Marcus Starck geschriebenen Romans „SexDotCom“ zu verhindern. Jemand fürchtete, Starck habe als ehemaliger Manager des australischen Sexartikelanbieters adultshop.com zu viele wieder erkennbare Interna in den Roman mit einfließen lassen.

Natürlich dient solch eine Vorgeschichte auch der Werbung. Doch tatsächlich gelingt dem 1963 in Österreich geborenen und heute in Australien lebenden Starck mit seinem Wissen ein Thriller der besonderen Art. Man kann die fiktive Unternehmensgeschichte von „SexDotCom“ als Fallbeispiel dafür lesen, wie leicht während des Internetbooms Ende der 90er-Jahre den Anlegern das Geld aus der Tasche gezogen werden konnte.

Ein Schweizer Finanzkonsortium will in Australien ein schmuddeliges Unternehmen der Sexindustrie aus dem halbseidenen Milieu zu einem massentauglichen Internetversandhaus für Erotikartikel machen und an die Börse führen. Zum Missfallen des australischen Unternehmensgründers Brad Knight holen die Finanziers den deutschen Manager Andreas Berger in die Geschäftsführung.

Dass Knights Kontakt zur kriminellen Bikergang Graveyard-Angels für Berger später üble Folgen hat, versteht sich in einem Thriller von selbst. Starck aber gelingt die Balance zwischen den kolportagehaften Wendungen der Spannungsliteratur mit ihrer Gewalt und den grellen Effekten und den auf den ersten Blick faden Details eines Wirtschaftsthemas. So ist der Börsengang in „SexDotCom“ selbst schon das Grundgerüst der Handlung.



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