Wirtschaftsbuchpreis Shortlist: Das Land in dem wir leben wollen
Blick in die deutsche Seele

Wie fühlt sich das Leben an? Wie soll die Zukunft aussehen? Jutta Allmendinger beschreibt in ihrem Buch, wie die Bundesbürger ihr Land wahrnehmen, was sie sich erhoffen und was ihnen wirklich wichtig ist.
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DüsseldorfWie fühlt sich das Leben heute an? Wonach soll die Zukunft riechen? Und wie wird sie wohl klingen? Es sind ungewöhnliche Fragen, die Wissenschaftler mehr als 3 000 Menschen in Deutschland gestellt haben. Tief in die Seele der Menschen wollten sie blicken, erfahren, ob es gemeinsame Werte gibt. Das vorneweg: Sie haben einige gefunden.

Sozialer Zusammenhalt, Arbeit, Familie oder technischer Fortschritt – darüber haben Menschen in langen Interviews Auskunft gegeben. Und auch erklärt, mit welchem Geruch, welcher Oberfläche und welcher Melodie sie ihr heutiges Leben beschreiben, was davon sie sich für künftige Generationen wünschen und ob sie glauben, dass die Zukunft so sein wird, wie sie diese gerne hätten.

„Vermächtnisstudie“ haben die Forscher vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und vom Infas Institut für angewandte Sozialforschung die Seelenschau genannt, die sie mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ entwickelt haben.

Es ist schon eine Kunst, die Ergebnisse einer solchen Mammutstudie in einem unterhaltsamen und verständlichen Buch zu verarbeiten, wie es Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums, getan hat. Der Buchtitel „Das Land, in dem wir leben wollen“ verspricht jedenfalls nicht zu viel.

Ein Ergebnis: In vielen Lebensbereichen wünschen sich die 14- bis 80-Jährigen Kontinuität und Stabilität. Zugleich erwarten sie in der Zukunft große gesellschaftliche Umbrüche. Ein anderes: Die Zukunft, die sie sich wünschen, ist nicht zwingend die, die sie erwarten. Die Zukunft wird eher schlechter.

Der Leser erfährt, dass die Menschen hierzulande über alle soziale Schichten hinweg „eine gemeinsame Vision“ dessen haben, „wie das Leben und wie das Land, in dem sie leben, aussehen sollte“.

Er erfährt, dass sich die meisten ganz klar zu Solidarität und sozialer Gerechtigkeit bekennen, dass die technologische Geschwindigkeit viele ängstigt, dass Besitz und Arbeit sehr wichtig sind – Letztere nicht nur, um den Lebensunterhalt zu sichern. Denn die Mehrheit würde auch weiter arbeiten, wenn sie das Geld nicht bräuchte.

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