„Markt ohne Moral“
Susanne Schmidt gewinnt Wirtschaftsbuchpreis 2010

Zehn Titel hatten es in die engere Auswahl geschafft, nun steht der Sieger fest: Susanne Schmidt gewinnt für ihr Buch „Markt ohne Moral – Das Versagen der internationalen Finanzelite“ den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2010, den das Handelsblatt, Booz & Company und die Frankfurter Buchmesse ausgelobt haben.
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FRANKFURT. Drei Fragen stellt Susanne Schmidt: Wie konnte es zur Finanz- und Wirtschaftskrise kommen? Wo lagen die menschlichen und systemischen Schwachstellen? Und: Was ist zu tun, um ähnliche Katastrophen in Zukunft zu verhindern? Das Ergebnis ihres Nachdenkens ist „eines der spannendsten Wirtschaftsbücher des vergangenen Jahres“, befand die Jury des Wirtschaftsbuchpreises. „Wir waren uns einig, dass ’Markt ohne Moral’ den Wirtschaftsbuchpreis 2010 klar verdient hat“, sagte Hermann-Josef Knipper, stellvertretender Chefredakteur des Handelsblatts und Vorsitzender der Jury, bei der Preisvergabe am Donnerstagabend in Frankfurt.

Die Tochter von Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt, promovierte Nationalökonomin, war mehr als 30 Jahre in der Londoner City beschäftigt: im Großkundenkreditgeschäft, als politische Analystin bei einer Investmentbank und als Moderatorin beim deutschen Dienst des Finanzsenders Bloomberg TV.

Genug Erfahrung also für einen kritischen Blick auf die „Risikojunkies“, wie sie die Finanzmanager im Buch tituliert. Und genug Lebenserfahrung, um die Finanzkrise und ihre Folgen aus einer doppelten Perspektive zu beschreiben: Als versierte Insiderin mit klarem, oft unbequemem Urteil und als „normale“ Bürgerin, die sich fragt, wieso niemand rechtzeitig gemerkt hat, was für giftige Papiere erfunden und verkauft wurden. Diese Mischung von Wirtschafts-Expertise und persönlichen Eindrücken überzeugte die Jury.

„Wirtschaft verstehen“ heißt das Motto des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises, der nun zum vierten Mal verliehen wurde – 2010 zum ersten Mal an eine Frau. Die drei Initiatoren Handelsblatt, die Frankfurter Buchmesse und die Strategieberatung Booz & Company wollen mit der Auszeichnung, die mit 10 000 Euro dotiert ist, die deutschsprachige Wirtschaftsliteratur fördern und die Bedeutung des Wirtschaftsbuches bei der Vermittlung ökonomischer Zusammenhänge unterstreichen.

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  • Toll! Wir vergeben Preise, für ein buch, das eine Erkenntnis darlegt. Nur ändern wir nichts an diesem Zustand. in Deutschland wurde kein einziger banker für die bankenkrise zur Verantwortung gezogen. Alle durften sich als Opfer der US-immobilienkrise hinstellen. Der Steuerzahler musste für alles aufkommen. Und Herr Ackermann und Konsorten lachen sich kaputt. Nur weil unsere Politiker die Zusammenhänge nicht verstehen und sich diese von den bankern erklären lassen müssen. Der bock wird zum Gärtner gemacht und alles läuft wie vorher. Selbst wenn nachträglich die Chance bestünde, dass sich der Staat die Steuergelder zurückholt, so wird sie nicht genutzt. Die banken müssen ja liquide bleiben. Wieso gibt es noch Firmen, die durch Einkauf, Produktion/Verarbeitung und Verkauf Gewinne machen wollen? Wieso legen wir nicht alle die Füße hoch und schreien nach Finanzierung durch den Staat? Was muss noch passieren, dass die Politiker endlich kapieren dass bankenrettung ohne weitere Maßnahmen irgendwann wieder zum selben Problem führen? Wenn banker keine Moral mehr haben, wieso soll das Volk noch Moral haben?

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