12 Stunden in Seoul
Lebenslust zwischen Beauty, Beton und Buddha

Kennen Sie den Ort, der alles hat, gibt und kann? Der schmeckt, wie er riecht? Der Fremde wie Freunde empfängt und ihnen beim Abschied immaterielle Gaben schenkt? In Seoul ist all das möglich - auch bei Stippvisiten.
  • 2

SeoulDer wundersame Ort heißt Seoul, liegt im Norden Südkoreas und ist die Heimat der Bevölkerungshälfte. Vielleicht ist die Einwohnerzahl von ca. 11 Millionen die Erklärung für das enorme Entertainment-Angebot, die zahlreichen kulturellen Stätten und das extrem gepflegte und ortsweise futuristische Stadtbild. Hier scheint alles gebündelt, was der anspruchsvolle Tourist zu entdecken erwünscht. Und das dann auch noch in hübscher Verpackung und mit simpler Menüführung. Sie werden die Südkoreanische Hauptstadt lieben – vorausgesetzt Sie mögen den Mix aus zeitgenössischen Spielereien, historischen Kulturrelikten und schönheitsbewusster Menschen.

Es gibt vermutlich nicht mehr viele globalisierte Großstädte, die noch so viel genuine Kultur bewahren konnten und sie noch heute erfolgreich pflegen. Ein Tag in Seoul sollte dieser seltenen Eigenschaft gewidmet sein und den sehenswertesten Spuren einer fernöstlichen Traditionskultur folgen. Am besten noch vor Sonnenuntergang, wenn dann die meisten Stätten ihre Türen schließen.

Pagoden, Tempel, Paläste – Seoul geizt nicht mit repräsentativen und religiösen Bauten und sammelt sie alle im Stadtkern. Das ist praktisch, doch wählen Sie trotzdem bedacht, denn es gibt zu viel für zu wenig Zeit. Auf die To-Do-Liste sollte unbedingt der Jogyesa-Tempel, da er noch heute Sitz des buddhistischen Ordens Koreas und außerdem ein zauberhafter Ruhepol inmitten der Großstadtkulisse ist. Unangefochtenes Top-Ziel Seouls ist aber der im Gwanghwamun Bezirk gelegene Palast Gyeongbok, der bis vor 500 Jahren Hauptsitz der Joseon-Dynastie war. Sie werden bei einem Besuch des gigantischen Areals nachvollziehen, dass die unzähligen Gebäude, die Parkflächen und Wasserstraßen diesen Palast zu dem größten der Stadt machen. Der Changdeok Palast im Viertel Insadong ist im Vergleich hingegen fast schon ein exklusiver Ort, wenn man denn die strengen Besichtigungskriterien als einen Hinweis darauf interpretiert. Das Prädikat „Weltkulturerbe“ ist da schon deutlich klarer. Ohne organisierte Führung bekommen Sie nur einen kleinen Teil der Anlage zu sehen und müssen unter anderem auf die wundervollen Geheimgärten von Biwon oder die älteste Steinbrücke Seouls verzichten. Kommen Sie zur Mittagszeit und investieren Sie ruhigen Gewissens die 90 Minuten und ein bisschen Geld, um dieses historische Fleckchen zu bestaunen.

Kommentare zu " 12 Stunden in Seoul: Lebenslust zwischen Beauty, Beton und Buddha"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Photos 12 und 20 sind nicht wirklich repräsentativ für Seoul (Photo 12 hätte genauso gut in Hong Kong oder Taipeh aufgenommen worden sein, weil sowohl die Schriftzeichen in chinesisch, bzw. Kanji - japanisch) sind und der Mann vor dem Restaurant eine chinesich geschnittene Weste trägt, während die koreanische Kleidung nicht in geringster Weise dem ähnelt was der Mann auf dem Foto trägt.

    Foto 20 hätte man auch in San Francisco schiessen können (China Town), weil die Schriftzeichen wieder nur chinesisch und nicht in Hangul, der einzigen asiatischen Schrift, die jemals von einem Kaiser erfunden worden ist, und wie das westliche ABC, aus 26 Buchstaben besteht.

    Ich finde die Fotos nicht wirklich 'typisch Seoul'. Zum ersten fehlt die Statue von Kaiser Sejong (eben jenem Kaiser der die koreanische Schrift erfunden hat) und auch vom Gyeongbokgung Palast, einem der Wahrzeichen Seouls.

    Eine Nanta Show ist 100% mitreissender als irgendeine blöde Party (die immer irgendwo auf der ganzen Welt ständig abgehen und deshalb nichts über eine Stadt per se aussagen). Da geht echt die Post und es ist wirklich sehr, sehr koreanisch: tradtionelle Tanz und Musikelemente eingebettet in Technologie des 21. JHs und den koreanischen Trommelwirbeln - aber mit richtig scharfen Küchenmessern!

    Seoul hat weiss Gott mehr zu bieten als die über ganz Asien typischen Garküchen. Eins ist mit Sicherheit die Präzision und Pünktlichkeit der U-Bahn und des öffentlichen Transports und das andere ist die Sicherheit, Effizienz und die unglaublich vielfaltige koreanische Küche die bekannt für ihre gesundsfördernde Zusammensetzung ist, die nicht mit irgendeiner anderen asiatischen Küche zu vergleichen ist (Kimchi, Bulgogi, JapChae, Kimbab), nicht mit Japanisch (sehr fad im Vergleich), nicht mit Chinesisch (koreanische Küche verwendet keine Geschmacksverstärker und ist nicht so fettig wie chinesisch dafür aber sehr viel schärfer).

    Ein netter Versuch aber nicht sehr gelungen - leider.

  • netter artikel!
    seoul ist eine geniale stadt, mein absoluter lieblings-hotspot zur zeit. die besten partys steigen jedoch weder in hongdae, noch in itaewon - sondern angrenzend an apgujeong in gangnam, vor allem um die gangnam station herum (mASS, eden, heaven, ..)

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%