Anschläge
ICE-Strecken mit Hakenkrallen lahmgelegt

Unbekannte haben in Brandenburg mit Hakenkrallen Anschläge auf die Bahnstrecken von Berlin nach Hannover und Hamburg verübt. Menschen wurden nicht verletzt. Im Zugverkehr kam es am Dienstag über Stunden zu erheblichen Verspätungen.

HB BERLIN. Die Bahn vermutet, dass Atomkraftgegner mit dem Anschlag gegen den bevorstehenden Castor-Transport Anfang kommender Woche demonstrieren wollten. Dies konnte eine Sprecherin des Potsdamer Polizeipräsidiums weder bestätigen noch dementieren. Es werde in alle Richtungen ermittelt.

Nach Angaben der Deutschen Bahn wurden bei Paulinenaue sowie bei Wustermark im brandenburgischen Landkreis Havelland Oberleitungen zerstört. Züge mussten über Uelzen und Stendal sowie über Magdeburg umgeleitet werden. Allein ein zwischen Warschau und Brüssel verkehrender Nachtexpress habe fünf Stunden Verspätung gehabt, sagte ein Bahnsprecher. Ansonsten seien die umgeleiteten Züge bis zu 30 Minuten verspätet am Zielbahnhof eingetroffen. Gegen 9 Uhr konnte die Strecke Berlin-Hannover wieder freigegeben worden, an der Trasse nach Hamburg dauerten die Arbeiten gegen 10.30 Uhr noch an.

Der Transport mit zwölf Castorbehältern aus der Wiederaufbereitung im französischen Valognes ist für das Atommüll-Zwischenlager Gorleben in Niedersachsen bestimmt. Vor Castor-Transporten in Deutschland ist es in der Vergangenheit immer wieder zu ähnlichen Anschlägen gekommen. Zuletzt setzten Unbekannte Ende September in der Nähe des Zwischenlagers Gorleben leer stehende Polizei-Wohncontainer in Brand.

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