So lebt sich der Traum vom eigenen Baumhaus

Mein Leben im Baumhaus Teil 8
„Nachfrage nach Minihäusern steigt gewaltig“

Klein Wohnen ist in. Die Singularisierung der Gesellschaft und Preissteigerungen bei Haus und Grund, sowie die Sehnsucht nach mehr Natur und weniger Besitz machen Minihäuser als Zuhause sehr attraktiv.

BerlinIsabella Bosler ist Geschäftsführerin der Tiny Houses Consulting UG in Bayern. Sie betreibt ein Infoportal online (www.tiny-houses.de) und berät Menschen, die sich für den Bau und ein Leben in einem Minihaus interessieren. In Amerika schon lange präsent, steigt die Anfrage seit zwei Jahren auch bei ihr deutlich an.

Was hat Sie denn bewogen, diese Initiative in Deutschland zu gründen?
Ich habe vor fünf Jahren einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung über das Tiny House Movement in den USA gelesen. Zu dieser Zeit hatte ich selbst den Wunsch meine Wohnsituation zu verändern. Ich stellte fest, dass bei vielen Menschen der Wunsch nach einem eigenen Haus groß ist. Parallel dazu steigt die Zahl der Single-Haushalte an und die Leute haben weniger Geld.

Was bedeutet das konkret?
Das eigene Dach über dem Kopf sollte bezahlbar sein, Sicherheit bieten und möglichst noch einen Garten haben. Denn die Menschen, die ein Minihaus möchten, bevorzugen auch eine naturnahe Lage. Viel Grün muss drum herum sein.
Ich habe mich dann näher mit dem Tiny House Movement beschäftigt und dachte das könnte auch hier funktionieren. Deshalb habe ich 2011 begonnen, das Infoportal aufzubauen.

Und wie gut funktioniert es?
Es ist relativ langsam angelaufen, aber das war auch ganz praktisch, weil man alles in Ruhe aufbauen konnte. Seit zwei Jahren merkt man einen deutlichen Zuwachs. Zum einen, weil das Angebot steigt, es gibt mehr Anbieter für kleine Wohn- und Containerhäuser und auch in den Medien ist das Thema präsenter. Seit Herbst letzten Jahres ging es auch bei uns mit den Anfragen noch mal richtig nach oben.

Was genau ist denn ein Tiny House eigentlich? Wie unterscheidet es sich von normalen Häusern?
Der Begriff kommt aus Amerika. Die Grenzen sind fließend, mal sind die Häuser mobil, mal stationär. Aber ein Tiny House hat tendenziell nie mehr als 20 Quadratmeter. Bei uns ist die Nachfrage momentan nach sogenannten Kleinhäusern, die 60 bis 100 Quadratmeter haben am größten. Das ist also ein Unterschied zu den USA.

Woher kommen Ihre Erkenntnisse?
Wir hatten über die Webseite auch eine Umfrage laufen um den Bedarf festzustellen. Und da kam eine Größe von 60 bis 80 Quadratmeter heraus, in ökologischer Holzbauweise. Daraufhin habe ich gemeinsam mit einem Architekten das Konzept „Ecohome 4.2“ entwickelt, das sind Kleinhäuser, die auch zu zweit bewohnt werden können. Von den eigentlichen Tiny Häusern sind wir da schon noch ein ganzes Stück weg.

Sind die Häuser dann günstiger, oder was genau ist der Vorteil?
Auch bei einem kleinen Haus muss man mit rund 2000 Euro pro Quadratmeter rechnen. Beim Hausbau entstehen die Hauptkosten auf den ersten Quadratmetern. Also eine Vorstellung, für 10000 Euro ein Häuschen zu bekommen ist unrealistisch. Man muss schon mit mindestens 25.000 Euro rechnen.

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„Nachfrage nach Minihäusern steigt gewaltig“

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„Deutsche Gemeinden sind sehr unflexibel“

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